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Recycling ohne Pfand

  • Redaktion Naturschutz
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Die Einführung eines Pfandsystems auf Getränkeflaschen und Aludosen, welches das achtlose Wegwerfen von Abfall reduzieren sollte, stösst bei der Schweizer Bevölkerung auf Ablehnung. Denn eine Änderung des jetzigen Systems brächte weniger Sammelstellen und höhere Kosten mit sich. Ohne Hintergrundinformation sprach sich eine Mehrheit noch für ein Pfand aus, heisst es in der Mitteilung von PET-Recycling Schweiz. Wenn die Befragten allerdings mit den Konsequenzen der Pfandeinführung konfrontiert wurden, wechselten sie die Position.

Wichtigstes Argument gegen die Einführung eines Pfandsystems war bei den Befragten nicht die höheren Kosten sondern die starke Einschränkung des Komforts. Beim Pfandsystem wäre nur noch der Handel für die Rücknahme zuständig. Die Zahl der Sammelstellen würde daher von heute 65’000 Sammelstellen auf 6’000 sinken. Es gäbe somit 10-mal weniger Sammelstellen als heute.

Die Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut GFK im Auftrag von PET-Recycling Schweiz im Februar 2013 durchgeführt. Aktueller Hintergrund zur Umfrage ist eine parlamentarische Initiative des CVP-Nationalrat Alois Gmür. Während der jetzt laufenden Frühjahrssession entscheidet der Nationalrat voraussichtlich über eine mögliche Pfandeinführung.

Die SchweizerInnen sind diszipliniert im Sammeln von Verpackungen: wie das BAFU  schreibt werden 81 Prozent der PET- Flaschen zurück gebracht, bei Aludosen sind es sogar 91 Prozent. Das Rezyklieren von gebrauchen Verpackungen spart Energie und schont somit die Umwelt. Jedoch entstehen aus alten PET-Flaschen keine neuen Flaschen. Sie werden vielmehr zu Granulat verarbeitet, welches in der Industrie weiter verwertet wird. Ökologischer wäre es daher, den Konsum von Verpackungen zu verringern. Das könnten wir tun in dem wir beim Einkaufen Produkte wählen, die möglichst wenig verpackt sind und bei Getränken auf Hahnenwasser und wiederverwendbare Flaschen umsteigen.

Bild Tom Morris [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

PET-Recycling Schweiz

BAFU

1 Kommentar

  • Martin Sturzenegger

    Guten Tag
    Immer wieder lese ich, dass in der Schweiz die Rücklaufquote auf Pet und Alu bei ca. 90% läge. Was ich in der Stadt täglich sehe ist, dass Riesenmengen an Alu und Pet umgesetzt werden, und dass die leeren Behälter aus jedem Abfalleimer herausschauen. Recyclingbehälter sind auf der Strasse auch kaum zu finden. Die Verkaufsstellen stellen ihre Recyclingstationen irgendwo im Geschäft auf. Draussen wo die Getränke konsumiert werden fehlen die Recyclingbehälter fast völlig. Mir scheint diese Entwicklung von Sommer zu Sommer extremer zu werden und ich frage mich wie die oben erwähnten Zahlen zum Rücklauf zu Stande kommen. Ich halte sie für völlig unmöglich.
    Freundliche Grüsse
    Martin Sturzenegger

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