Bild: Stiftung Fledermausschutz Schweiz
Bild: Stiftung Fledermausschutz Schweiz

Fledermaus des Monats

  • Monika Jung
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2011 ist das Jahr der Fledermaus, ausgerufen von  “UNEP United Nations Environment Programme”, “CMS Convention of Migratory Species” und “EUROBATS Agreement on the Conservation of Populations of European Bats”. Die Stiftung Fledermausschutz stellt im Rahmen der europäischen Aktivitäten monatlich eine „Fledermaus des Monats“ vor, im Januar ist es die Rauhautfledermaus.

Wenn in eisiger Winternacht die Alarmanlage im Wohnzimmer aufheult und einem ein Schatten um den Kopf flattert, so sind das keine Einbrecher, sondern man hat sich die skurrilen Überraschungsgäste selber in die Wohnung geholt. Rauhautfledermäuse werden meist mit dem Cheminéeholz in die Wohnung getragen oder sind beim Durchlüften des Schlafzimmers aus dem Rollladenkasten heimlich hineingeschlüpft.

Zu Tausenden entfliegen diese kleinen Säugetiere alljährlich dem bitterkalten Winterwetter im Nordosten Europas, viele fliegen in Schweizer Siedlungsgebiete um mitten im milderen Stadtklima zu überwintern. Im Winterschlaf reduzieren Rauhautfledermäuse ihren Stoffwechsel drastisch. Herzschlag und Atmung drosseln sie auf ein Minimum, die Körpertemperatur sinkt auf Umgebungstemperatur. Gerne verkriechen sie sich in die Ritzen und Spalten zwischen den Scheitern von Brennholzstapeln und werden so unbemerkt mit in die warme Stube getragen. In der warmen Wohnung erwachen die Tiere und verkriechen sich tagsüber sofort hinter Bücherregalen und Schränken oder in den Falten von Vorhängen. In der Nacht flattern sie durch die Wohnung, finden aber keine Nahrung und verbrauchen darum viel Reserveenergie. Die Tiere leiden sehr unter Wassermangel und werden darum oft erst nach einigen Tagen völlig erschöpft in leeren Badewannen, Waschbecken und Papierkörben aufgefunden, weil sie wegen deren glatten Oberflächen glaubten, dort Wasser zum Trinken zu finden.

Die Stiftung Fledermausschutz Schweiz empfielt Finder/innen von verirrten, erschöpften oder verletzten Fledermäusen sich unverzüglich an das Nottelefon der Stiftung Fledermausschutz zu wenden.

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