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Rapskrebs seit 20 Jahren verschwunden

  • Nicole Wabersky
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Der Rapskrebs wird durch den Pilz Sclerotinia sclerotiorum verursacht. Die Krankheit hat in der Schweiz früher jahrelang zu erheblichen Ernteverlusten geführt, doch Beobachtungen von Agroscope haben ergeben, dass diese Krankheit seit fast zwanzig Jahren verschwunden ist. Wo ist sie geblieben? Aktuelle Analysen von Agroscope zeigen, dass die Klimaveränderung damit zu tun hat.

Der Pilz kann ein breites Wirtsspektrum infizieren, darunter Raps, Kartoffeln, Sonnenblumen, Erbsen sowie verschiedene Unkrautarten. Er kann über mehrere Jahre hinweg in der Erde in Form von Sklerotien überleben. Bei einem Befall werden erst die Blütenblätter und dann die Blätter infiziert. Wird das Stielgewebe erreicht und das Pflanzenmark zerstört, vertrocknet die Pflanze.

Die Überwachung der Krankheit vor Ort seitens Agroscope erfolgt in zwei Stufen. Zunächst werden Blütenblätter zu Beginn der Blütezeit entnommen und das Vorhandensein von Rapskrebs auf einem künstlichen Nährboden bestimmt. Durch diese erste Kontrolle lässt sich der Befallsgrad der Blütenblätter ermitteln. In einem zweiten Schritt werden gegen Ende der Kultur die Stängel gezählt, die von der Krankheit betroffen sind, um den Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen.

Damit es zu Infektionen kommen kann, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Es bedarf einer mittleren Tagestemperatur von mehr als 10 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit durch Regen oder viel Tau.

Untersuchungen in der Romandie haben ergeben, dass der Rapskrebs seit 20 Jahren zwar Blütenblätter befallen hat, ohne jedoch zu einem Befall der Stängel zu führen. Dieses Phänomen wurde ebenfalls in der Deutschschweiz beobachtet. Die Forscher von Agroscope fanden heraus, dass die Voraussetzungen für die Infektion der Blätter seit 20 Jahren niemals erfüllt wurden. Es waren Jahre mit ausreichend hohen Temperaturen aber starken Bisen. Ebenso gab es Jahre mit ausreichend Feuchtigkeit, in denen jedoch die Temperaturschwelle nicht erreicht wurde.

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Bild: Cherubino (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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