Glenner Fluss Graubuenden

Protest für wilde Alpenflüsse!

  • Eliane Küpfer
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„Hände weg vom Glenner!“ steht auf einem grossen Transparent, das über den Fluss gespannt ist. WWF-Aktivisten und Kanuten demonstrierten heute Donnerstag unweit von Ilanz gegen neue Kraftwerkspläne in Graubünden. Dort sollen im hinteren Lugnez zur Stromproduktion fünf Wasserfassungen abgeleitet werden.

Die neuen Kraftwerks-Projekte bedrohen die letzten Alpenflüsse: Schon heute werden sehr viele Schweizer Bäche und Flüsse in dunkle Stollen abgeleitet und jetzt sollen auch noch die letzten frei fliessenden Flüsse, wie der Glenner, zur Stromgewinnung genutzt werden.

„Dem Glenner werden so jährlich 32 Millionen Kubikmeter Wasser entzogen, das entspricht rund zwei Drittel der Grössenordnung des Pfäffikersees. Wertvolle Lebensräume und Auen von nationaler Bedeutung sind gefährdet“, warnt der WWF-Experte Christopher Bonzi.

Heute haben WWF und Schweizer Kanuten gemeinsam dagegen protestiert. Denn nicht nur für die Umwelt sind die Kraftwerkspläne ein Desaster: „Wenn dem Bach so viel Wasser fehlt, wird der Kanusport auf diesem Fluss sehr stark eingeschränkt“, sagt Christian Ryser vom Schweizerischen Kanu-Verband. Der bedrohte Glenner ist der letzte grosse, frei fliessende Zufluss zum Vorderrhein. Durch die geplanten Wasserfassungen würde auch die einzigartige Rheinschlucht weniger Wasser erhalten. Und der Glenner ist nur ein Beispiel unter vielen: Denn heute sind auch die letzten frei fliessenden Bäche und Flüsse wegen Kraftwerksprojekten gefährdet, wie Naturschutz.ch berichtete. Dagegen haben Umweltschützer und Sportler des Kanu-Verbands heute Donnerstag gemeinsam mit der „Aktion Wasserzeichen“ protestiert.

Bild © WWF Schweiz / Thomi Studhalter

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