Greenpeace-Aktion Beznau 2013

Protest vor dem ältesten AKW der Welt

  • Eliane Küpfer
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Die Schweiz hält seit über einem Jahr einen Weltrekord: doch das ist kein Grund zum feiern! Das AKW Beznau ging am 1. September vor 44 Jahren ans Netz und ist damit weltweit das älteste AKW, das noch in Betrieb ist. Gebaut wurde es ursprünglich für eine Laufzeit von dreissig Jahren.

Unter dem Motto: „44 Jahre AKW Beznau: Wir sind keine Versuchskaninchen!“ haben ein Dutzend Greenpeace-AktivistInnen am Sonntag Morgen vor dem AKW Beznau ein drei Meter grosses und mehrere hundert Kilogramm schweres Kaninchen-Mahnmal aufgestellt, schreibt Greenpeace Schweiz. „Beznau entspricht überhaupt nicht mehr dem Stand der Technik. Wir haben weltweit keine Erfahrung mit einem derartig uralten AKW“, sagt Greenpeace-Atomcampaigner Florian Kasser.

Bereits vor einem Jahr kritisierte die Schweizerische Energiestiftung (SES), dass Beznau zum Experimentierfeld und zum Prototyp für Laufzeiten über 40 Jahre hinaus werde. Denn mehr als jede andere technische Anlage sind Atomkraftwerke – wegen der radioaktiven Strahlung – von Verschleiss und Alterung von Materialien und Komponenten betroffen. Mit massiven Nachrüstmassnahmen wolle die Axpo, Betreibergesellschaft von Beznau, eine Laufzeit von bis zu 60 Jahren erzwingen. Doch Beznau sei schon seit Beginn ein Pannenreaktor gewesen, schreibt die SES weiter.

Eine neue Umfrage der ETH Zürich, im Auftrag von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, ergab zudem, dass 61 Prozent der Schweizer Bevölkerung Angst vor Atomkraftwerken hat. Das überrascht absolut nicht, findet Greenpeace Schweiz: „Das AKW Beznau weist besorgniserregende Sicherheitsmängel auf: die unzuverlässige Notstromversorgung sowie Risse im Reaktordeckel und Korrosion im Stahlcontainment“, sagt Kasser. Zudem ist der Sicherheitsbehälter nicht genügend dick, um einem Flugzeugabsturz standzuhalten, und die Anlage nicht ausreichend gegen Hochwasser und Erdbeben gesichert. Greenpeace fordert daher einmal mehr, dass die uralten AKWs Beznau  I und II sofort abeschaltet werden.

Bild © Greenpeace / Nicolas Fojtu

Weitere Informationen

Hintergrundpapier Beznau (SES)

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