Protest gegen Parkhaus

  • Gavino Strebel
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Die autofreie Gemeinde Zermatt plant ein riesiges Parkhaus für über 2000 Autos. Für die lokalen Umweltorganisationen WWF, Pro Natura, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und VCS stellt das überdimensionierte Parkhaus einen unverhältnismässigen Landschaftseingriff dar: Für den Bau sollen rund 9000 Quadratmeter Lärchenwald gerodet werden. „Dieser Wald ist ein prioritärer Schutzwald, trotzdem wurden im Rodungsgesuch die Naturgefahren nicht abgeklärt“, sagt Ralph Manz vom WWF Oberwallis. Die Umweltorganisationen befürchten, dass der grosse Eingriff zu einer Destabilisierung des ganzen Hanges führen könnte.

Aber auch rechtlich ist das Grossprojekt problematisch: Die geplante Umzonung ist aus Sicht der Umweltverbände richtplanwidrig. Für den Bau eines Parkhauses ausserhalb der Bauzone ist eine Ausnahmebewilligung nötig. Eine solche kann aber nur erteilt werden, wenn das Gebiet die einzige Möglichkeit für das Bauvorhaben darstellt. Auch eine Rodungsbewilligung kann gemäss Waldgesetz nur erteilt werden, wenn keine bessere Lösung ausserhalb des Waldareales gefunden wird. Im vorliegenden Rodungsbericht werden jedoch keine Alternativen diskutiert. Insbesondere wird die Möglichkeit einer Verlegung in den Untergrund nicht geprüft. Parkhäuser mit mehr als 500 Parkplätzen bedürfen einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Diese liegt noch nicht vor. „Die Auswirkungen des Projektes auf die Umwelt müssen seriös geprüft werden – und zwar bevor eine Rodung bewilligt wird“, fordert Brigitte Wolf vom VCS Wallis. Aus den Unterlagen der Gemeinde Zermatt geht nicht einmal hervor, wer das Gross-Parkhaus dereinst nutzen soll. Die Umweltorganisationen fordern deshalb einen Bedarfsnachweis für das Parkhaus.

Pro Natura

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