Das Hochwasserschutzprojekt an der Reuss kommt nicht überall gut an. | © John Seb Barber, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Das Hochwasserschutzprojekt an der Reuss kommt nicht überall gut an. | © John Seb Barber, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Projekt zum Hochwasserschutz der Reuss ist unbefriedigend

  • Amanda Buol
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Gegen das Hochwasserschutzprojekt des Kanton Luzern an der Reuss haben die Umweltverbände Einsprache erhoben. Grundsätzlich heissen sie das Projekt gut. Sie fordern jedoch Nachbesserungen zu Gunsten der Natur.

An der Reuss, einer der grössten Schweizer Fliessgewässer, soll in einem Projekt der Hochwasserschutz auf einer Länge von 13 Kilometern verbessert werden. Zusätzlich sind auch Anstrengungen zur Aufwertung des Flusses vorgesehen, was die die Organisationen Aqua Viva, BirdLife, Pro Natura und WWF gutheissen. Trotzdem reichten die Umweltverbände eine Einsprache gegen das Projekt des Kanton Luzern ein.

Sie sind der Meinung, dass die Hochwasser-Schutzziele zu hoch gewichtet werden. Es sei noch viel mehr Potential zu Gunsten der Natur vorhanden, ohne dabei den Schutz vor Hochwasser zu gefährden. Auch das Bundesamt für Umwelt sieht noch Verbesserungspotential.

Der Schutz vor Hochwasser und die Renaturierung sei ein Generationenprojekt, so die Umweltverbände. Die Umsetzung hat eine langandauernde Auswirkung auf sämtliche Lebewesen im Gewässer. Die vorgesehenen Verbauungen in der Reuss bieten ihr jedoch wenig Möglichkeiten, das Bett selber zu gestalten, sagt Benjamin Leimgruber von Aqua Viva. Dies wirke sich negativ auf den Lebensraum der Fische und anderen Wasserlebewesen aus.

Auch die vorgesehene Bewirtschaftung des Geschiebe kritisieren die Verbände. Geringere Kiesentnahmen im Fluss würde zu bedeutenden Verbesserungen der Laichgründe beitragen. Besonders für Äschen, Seeforellen und Lachs wäre dies ein enormer Vorteil.

Die Umweltverbände fordern deshalb den Kanton Luzern auf, das Projekt in Teilen nochmals zu überdenken und zu überarbeiten. Zudem fordern die Verbände, dass das Projekt zwingend mit den Sanierungen der Reuss Kraftwerke koordiniert werden muss zur Sicherstellung der Fischwanderung. Das Ziel soll eine sichere und lebendige Reuss für Natur und Mensch sein.

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