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Pro Natura schafft Lebensraum für Amphibien

  • Sophie Ryser
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Frösche, Kröten und Molche haben es zunehmend schwer in der Schweiz. Sie sitzen auf dem Trockenen, da der Mensch in den letzten 200 Jahren unzählige Feuchtgebiete wie Auen, Tümpel, Teiche und Feuchtwiesen entwässert hat. Zwei ehrgeizige Rettungsaktionen von Pro Natura sollen Abhilfe schaffen: Die Naturschutzorganisation baut selber in den nächsten zwei Jahren über 100 neue Tümpel und sucht – vorerst in der Romandie – Gemeinden, die sich mit eigenen Projekten ebenfalls für den Erhalt der Amphibien in der Schweiz einsetzen.

Die Bestände der Kreuzkröte, der Geburtshelferkröte, der Gelbbauchunke, des Laubfroschs, des Kamm- und des Teichmolchs sind in den letzten 20 Jahren um nicht weniger als die Hälfte zurückgegangen – obwohl sie gesetzlich geschützt sind. Eine Art, die Wechselkröte, ist bereits ausgestorben. Insgesamt stehen 70 Prozent der 20 heimischen Amphibienarten auf der Roten Liste. Dem Elend der Amphibien in der Schweiz will Pro Natura im Rahmen ihrer Kampagne „Mehr Weiher für Frosch & Co.“ gleich mit zwei Rettungsaktionen Abhilfe verschaffen.

Pro Natura plant zusammen mit ihren kantonalen Sektionen eine „Tümpel-Offensive“: Zwischen 2013 und 2015 will die Naturschutzorganisation selbst mindestens 100 zeitweise Wasser führende Gewässer, sogenannte Tümpel, schaffen, die jeweils im Herbst austrocknen. Tümpel sind, im Gegensatz zu Weihern, welche immer Wasser führen, besonders wichtige Lebensräume für Amphibien, da durch das zeitweilige Austrocknen natürliche Fressfeinde wie Fische dort nicht vorkommen. Dieses Projekt ist auf Kurs. Die ersten 35 Gewässer wurden bereits realisiert. Weitere folgen in den kommenden Monaten, wenn die Amphibien in der Winterruhe sind. Dass Tümpel eine grosse Wirkung auf einzelne Amphibienbestände haben können, zeigt sich am Beispiel der Saane im Kanton Freiburg: Zwischen Auried und der Oltigenmatt schuf Pro Natura zwischen 2001 und 2007 total 14 Tümpel. Profitiert hat unter anderem der Laubfrosch, dessen Bestand sich seither etwa verdoppelte.

Unter dem Titel „Cités d`eau“ lanciert Pro Natura eine zweite Rettungsaktion für Frösche & Co. Dabei will sie im Rahmen eines Pilotprojekts Gemeinden, vorerst in der Romandie, einspannen, die unter Anleitung von Amphibienspezialisten auf ihrem Gemeindegebiet selber weitere Tümpel bauen. Sophie Michaud Gigon, Leiterin des Secrétariat Romand von Pro Natura: „Wir hoffen, dass jede zehnte der rund 800 Westschweizer Gemeinden beim Projekt ,Cités d’eau‘ mitmacht. Gelingt das, wird Pro Natura das Projekt auch auf die übrige Schweiz ausdehnen.“

Medienmitteilung Pro Natura

Weitere Informationen „Cités d’eau“

Weitere Informationen „Mehr Weiher für Frosch & Co.“

Bild: Uwe H. Friese (= Vulkan) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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