© Manu [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Pro Natura hält nichts von Katzen-Abschüssen

  • Kathrin Ruprecht
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Verwilderte Katzen müssten abgeschossen werden. Dieser Vorschlag lässt in diesen Tagen die Emotionen hochkochen. Er wurde vom Aargauer FDP-Kantonsrat und Pro Natura Aargau Geschäftsführer Johannes Jenny im Aargauer Kantonsparlament eingereicht und via Medien breit gestreut.

Pro Natura legt wert auf folgende Feststellung:

Pro Natura trägt den Lösungsvorschlag von Johannes Jenny nicht mit. Dieser hat den Vorschlag zum Zwangsabschuss von verwilderten Katzen als Kantonsrat im Kanton Aargau ohne Absprache mit Pro Natura eingereicht. Aus ökologischer Sicht stellen verwilderte und streunende Katzen ein Problem dar. Katzen können bedrohte Tiergruppen wie Reptilien, Amphibien oder Vögel weiter gefährden. Soweit ist die Analyse, die der Lösung von Johannes Jenny zugrunde liegt, korrekt.

Die Lösung, die Herr Jenny auf Basis dieser Analyse vorschlägt, hält Pro Natura aber weder für richtig, noch für praktikabel, schreibt Pro Natura. Bei der Haustierhaltung sollte angesetzt werden. Wie bei Hunden ist beispielsweise ein Chip denkbar, damit streunende Katzen einem Besitzer zugeordnet werden können, sodass sie möglichst nicht verwildern. So wenig wie es herrenlose, verwilderte Hunde geben sollte, sollte es verwilderte und wildernde Katzen geben. Aber nochmals: Pro Natura unterstützt den Vorschlag von Herrn Jenny nicht.

Wir setzen uns für den Erhalt der bedrohten einheimischen Tier- und Pflanzenwelt ein. Mehr als ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten der Schweiz sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Tendenz steigend. Die grossen Treiber dieser sehr besorgniserregenden Entwicklung liegen jedoch ausserhalb der Siedlungen. Es sind dies unter anderem die sehr intensive Landwirtschaft, die zersiedelnde Bautätigkeit, oder übernutzte Bäche und Flüsse.

Bei diesen Themen sieht Pro Natura die grossen Hebel für den Erhalt der faszinierenden Natur und der schönsten Landschaften der Schweiz. Daran arbeiten wir seit über 100 Jahren, kompetent und konsequent. Darüberhinaus unterhält Pro Natura über 600 Naturschutzgebiete in der ganzen Schweiz und bewahrt somit Rückzugsräume für die hiesige Tier- und Pflanzenwelt.

2 Kommentare

  • Ott

    Auch wenn ich selber Jenny’s Vorschlag für nicht praktikabel halte, dieses Dementi hier von Pro Natura Schweiz tönt viel eher nach einem Anbiedern beim (vielleicht katzenliebenden) Spendenzahler als nach einem mutigen Statement für den Artenschutz.

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  • Manuela

    Liebe Frau Ruprecht, danke für den Bericht! Denn Herr Jenny hat Ihnen mit dieser Aktion mehr geschadet als genützt. Sie sollten sich auch überlegen Herrn Jenny überhaupt der richtige ist in seinem Amt. Und das Herr Wendel Stoop vom Katzenclub Aargau Solothurn vehement eine Kastration vordert von allen Hauskatzen ist ja klar. Denn er ist ja selber Züchter von Siamesenkatzen. Dann sollte er den ersten Schritt machen und seine Katzen Kastrieren. Statt immer gegen etwas zu Kämpfen sollte Herr Jenny dafür sein, und sich stark machen das alle Hauseigentümer eine kleine Oase für Vögel, Igel und Wildbienen bereiten. Das haben wir auch so gemacht, bei uns wird nicht gedüngt und keine Schneckenkörner gestreut. Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee haben auch ihre Berechtigung auf unserer Wiese. Und wir haben auch zwei Katzen und einen Hund. Und alle verstehen sich und es ist auch für mich sehr erholsam dem Summen der Bienen zu zuhören, dem Gezwitscher der Vögel zu lauschen und dem Igel zu zuschauen wie er unsere Katzen vertreibt damit er an ihr Nassfutter kommt. Wie gesagt Herr Jenny ist für mich Untragbar. Und solange er bei Pro Natura ist werde ich diese auch nicht mehr Unterstützen.

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