Pro Natura fordert: Keine Pestizide in unseren Gewässern! | © Pro Natura
Pro Natura fordert: Keine Pestizide in unseren Gewässern! | © Pro Natura

Pro Natura fordert pestizidfreie Gewässer

  • Amanda Buol
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In unseren Bächen und Seen schwimmt ein giftiger Pestizid-Cocktail, der aus rund 2000 Tonnen Pestizid entsteht, das jährlich von Äcker und Kulturen in die Gewässer gelangt und Kleinlebewesen vergiftet. Pro Natura will dem Gift-Cocktail im Gewässer mit einer Plakataktion ein Ende setzen.

Was haben Regenwürmer und Äpfel mit dem Wasser aus einem Bach im Schweizer Mittelland gemeinsam? Sie sind den zahlreichen Pestiziden ausgesetzt, die in der intensiven Schweizer Landwirtschaft eingesetzt werden und schliesslich im Boden, in den Gewässern, in unserem Essen, und sogar in unseren Körpern landen. Pro Natura fordert mit ihrer lancierten Kampagne sauberere Gewässer und eine umweltfreundlichere Landwirtschaft.

In unseren Gewässern sterben Kleinlebewesen wie etwa Bachflohkrebse schon an relativ geringer, aber konstanter Pestizidbelastung, schreibt Pro Natura. Genau diese Kleinlebewesen seien für eine natürliche Nahrungskette sehr wichtig. Ausserdem seien Langzeitwirkungen, die Giftstoffe auf Lebewesen haben, ohne diese gleich zu töten, noch nicht restlos geklärt.

Pro Natura fordert deshalb, dass besonders schädliche Pestizide vom Markt genommen werden und alle für eine Zulassung relevanten Studien offengelegt werden. Der Bundesrat will diesen Sommer einen Plan zur Pestizid-Reduktion vorstellen. Pro Natura wird darauf pochen, dass der Industrie und der Landwirtschaft unmissverständliche Vorgaben gemacht werden.

Die Schweiz habe ein Pestizidproblem, so Pro Natura. Die Eawag, das Wasserforschungsinstitut der ETH Zürich, hatte 2014 in einer aufsehenerregenden Studie in 70 Prozent der untersuchten Bäche und Flüsse im Schweizer Mittelland bedenklich hohe Pestizid-Mengen festgestellt. Jährlich gehen rund 2000 Tonnen Pestizide über die Ladentische der Schweiz. Davon werden 80 bis 90 Prozent in der Landwirtschaft eingesetzt. Das häufigste sei der Pflanzenvernichter Glyphosat.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist da anderer Meinung. Erst vor kurzem veröffentlichte es einen Bericht, in dem die Schweizer Wasserqualität untersucht und für gut befunden wurde (naturschutz.ch berichtete).

Mehr Informationen über Pestizide im Gewässer erhalten Sie hier »

 

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