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Pollen enthalten Pestizidcocktail 


  • Nicole Wabersky
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Über zwei Drittel des Pollens, den Bienen auf europäischen Feldern sammeln und in die Bienenstöcke zur Fütterung der Larven bringen, sind mit einem Cocktail bestehend aus bis zu 17 verschiedenen toxischen Pestiziden kontaminiert. Das ist das schockierende Ergebnis einer Studie von Greenpeace, die heute als Teil ihrer europaweiten Kampagne zum Schutz der Bienen und der Landwirtschaft veröffentlicht wird. Bei den Chemikalien, die im Pollen nachgewiesen wurden, handelt es sich um Insektizide, Akarizide, Fungizide und Herbizide.

Die Studie ist mit über 100 Proben aus 12 Ländern die grösste Untersuchung dieser Art in Europa. Insgesamt wurden 53 verschiedene Chemikalien nachgewiesen. Die Studie spiegelt die Toxizität des aktuellen landwirtschaftlichen Systems in Europa wider. Nebst Proben aus der Schweiz, die mit diversen Pestiziden kontaminiert sind, fallen weitere Ergebnisse in der Studie auf. So zum Beispiel die hohen Konzentrationen und die grosse Bandbreite an Fungiziden, die in italienischen Weinbaugebieten in Pollenproben nachgewiesen wurden.  Sowie der verbreitete Einsatz von bienengefährlichen Insektiziden in Polen und der erstaunliche Nachweis von DDE und das häufige Vorkommen des insektiziden Nervengifts Thiacloprid in Proben aus Deutschland.

Marianne Künzle, Landwirtschafts-Expertin bei Greenpeace Schweiz: «Kontaminierter Pollen ist schweres Gepäck, das Bienen und andere Bestäuber tragen müssen. Bienen sind einem toxischen Pestizidcocktail ausgesetzt. Die Studie ist ein weiterer Beweis dafür, dass in einem landwirtschaftlichen System, das auf intensivem Einsatz von toxischen Pestiziden, Monokulturen und dem Einfluss von Konzernen wie Bayer, Syngenta & Co. basiert, etwas fundamental schief läuft. Die Studie zeigt die Notwendigkeit für einen Wandel hin zu einer ökologischen Landwirtschaft.»

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Bild: Ragesoss (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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