Die Verschotterung der Grünflächen bedeuten eine ökologische und ästhetische Verarmung und verstärken die Sommerhitze in den Siedlungsgebieten.
    Die Verschotterung der Grünflächen bedeuten eine ökologische und ästhetische Verarmung und verstärken die Sommerhitze in den Siedlungsgebieten.

    Politik soll Verschotterung von Grünflächen stoppen

    • Redaktion Naturschutz
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    Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz  lanciert einen politischen Vorstoss gegen die zunehmende Verschotterung der Grünflächen. Damit soll die Überhitzung der Stadtkörper gebremst werden.

    Wie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)  berichtet, hat die Verschotterung von ehemaligen Grünflächen, Vorgärten oder auch öffentlichen Arealen in letzter Zeit erheblich zugenommen. Diese Schottergärten bedeuten eine ökologische und ästhetische Verarmung und verstärken die Sommerhitze in den Siedlungsgebieten. Werden die verbleibenden innerörtlichen Grün- und Restflächen mit Schotter überschüttet, wird das raumplanerische Ziel einer qualitativ hochwertigen Siedlungsentwicklung nach Innen (Art. 8a RPG) verfehlt. Zudem wird der grobe Schotter sehr häufig aus dem nahen oder fernen Ausland importiert. Als Begründung für diesen Schottergartenboom werden die Pflegeleichtigkeit und der kostengünstige Unterhalt angegeben.

    Sehr oft müssen solche Flächen aber nach wenigen Jahren mit Herbiziden behandelt werden. Schottergärten sind aus Sicht der Biodiversität mit versiegelten Böden gleichzusetzen. Mit dem Aktionsplan Biodiversität von 2017 hat der Bundesrat insbesondere auch auf die Notwendigkeit der Förderung der Biodiversität innerhalb des Siedlungsraums hingewiesen. Konkrete Massnahmen sind aber bislang keine erfolgt. Oft sind auch öffentliche Flächen von Verschotterungen betroffen. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) hat 2017 in einer Studie zu Schottergärten dargelegt, dass den kommunalen und kantonalen Behörden oft kein Instrumentarium zur Verfügung steht, um die Verschotterung von Grünflächen zu verhindern. In Schaffhausen und Olten liegen bereits politische Forderungen auf dem Tisch, um Schottergärten einzuschränken.

    Angesichts dieser Ausbreitung der Schottergärten hat Nationalrätin Marina Munz ein Postulat eingereicht: Damit wird der Bundesrat beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, ob Schottergärten als Form von Versiegelung von Böden einer Bewilligungspflicht zu unterstellen sind. Weiter soll aufgezeigt werden, welche andere Massnahmen Bund, Kantone und Gemeinden ergreifen können, um Schottergärten einzuschränken, dabei sollen auch Fördermassnahmen und Anreizsysteme geprüft werden.

    6 Kommentare

    • Walter Rölli

      Es ist absolut richtig, dass diesbezüglich politisch Druck gemacht wird.
      Auf der einen Seite wird hier Biodiversität abgebaut, auf der anderen Seite wird landwirtschaftliches Kulturland dann wieder dafür genutzt, mit hohen Direktzahlungen.
      Wiedersinnig, da die fehlenden landwirtschaftlichen Erträgen, dann importiert werden müssen.
      Stellt sich dann auch die Frage, wird sogar Regenwald dafür abgeholzt, dass wir unsere scheinbar pflegeleichten Schottergarten machen können.

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    • Tina

      Moment mal, Einwanderung stoppen? Ach, Sie meinen sicher die Einwanderung von Neobiota! Es stimmt natürlich, dass invasive Pflanzen- und Tierarten der Biodiversität schaden, ebenso wie die hässlichen Schottergärten.

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    • Hans-Hermann

      Alle drei Kommentare kann ich umfänglich unterstützen. Wir erheben in unserer Kreisstadt z.Z. auch das steinerne Grauen, das bei dieser Sonneneinstrahlung einen erheblichen zusätzlichen Wärmeeintrag mit sich bringt. Die Bewohner dieser Steineinfriedungen werden’s sicher auch bald merken.

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    • Peter

      Finde ich super Idee und kann sie nur unterstützen

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    • Elisabeth Gut

      Und Verbauung und Einwanderung stoppen !!

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