Genfersee

Plastik gefährdet Tiere im Genfersee

  • Eliane Küpfer
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Plastikmüll ist eines der grossen Probleme unserer Zeit. Denn der Kunststoff wird zwar zu kleinsten Stücken fragmentiert, aber er baut sich kaum ab und bleibt so über Jahrzehnte in der Natur. In den Meeren ist das Problem schon lange bekannt, wir kennen die grossen Plastikteppiche, die von den Meeresströmungen im Pazifik, aber auch im Atlantik und indischen Ozean zusammengehalten werden.

Doch der Plastikmüll ist schon lange kein reines Problem der Meere mehr, wie scinexx.de schreibt. So haben Forscher von der Polytechnischen Hochschule Lausanne (EPFL) unlängst grosse Mengen an Kunststoffresten im Genfersee entdeckt. Nach Einschätzung der Forscher dürfte es in anderen europäischen Seen ähnlich aussehen. Dabei fanden sie vor Allem Mikroplastik.

Mikroplastik ist besonders gefährlich für die Wassertiere, da er gerne verschluckt wird. Die Plastikteilchen sammeln sich im Verdauungstrakt der Tiere an, worauf diese mit vollem Magen verhungern oder einen Darmverschluss erleiden. Auch können Plastikteilchen eingeatmet werden und so zum ersticken führen. Zudem werden bei der Zersetzung von Plastik giftige Chemikalien frei, darunter Weichmacher und Bisphenol A. Diese Stoffe können hormonaktiv sein und das Verhalten oder das Geschlecht der Tiere beeinflussen. Auch zunehmende Quecksilber- und Schwermetallvergiftungen bei Wassertieren werden auf degradierte Plastikteilchen zurückgeführt, da diese hochgiftige Stoffe geradezu wie Schwämme anziehen. Die Folgen sind eine hohe Sterblichkeit der Jungtiere, aber auch Walstrandungen werden damit in Verbindung gebracht. Welche Folgen der Kunststoffmüll in den Seen für die Schweizerische Tierwelt und Natur haben wird, wollen die Forscher nun weiter untersuchen.

Bild: Tschubby [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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Hauptartikel: Pollution microplastique

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