Kraftwerk, Kamin, Schornstein

Pläne für Kohlekraftwerk an der Elbe beerdigt

  • Nora Kieselbach
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In Brunsbüttel sollte das grösste neue Steinkohlekraftwerk Europas entstehen – mit massgeblicher Beteiligung aus der Schweiz. Doch daraus wird nun nichts. Die Südweststrom hat heute beschlossen, die Pläne für das Kohlekraftwerk endgültig zu beerdigen, wie WWF Graubünden mitteilt.

Der anhaltende Protest der Umweltorganisationen gegen den fossilen Dinosaurier im norddeutschen Brunsbüttel hat sich gelohnt: Nachdem bereits mehrere Schweizer Unternehmen aus dem Projekt ausgestiegen sind, hat die Gesellschafterversammlung der Südweststrom heute das endgültige Aus für das Kohlekraftwerk Brunsbüttel beschlossen. Der letzte verbleibende Investor aus der Schweiz, die SN Energie St. Gallen, wird damit vor vollendeten Tatsachen gestellt. Damit bleiben Mensch und Umwelt massive klimaschädliche CO2-Emissionen und andere Schadstoffe erspart.

„Gerade als Energiestadt Gold hätte es sich die Stadt St. Gallen einfach nicht leisten können, an einem Kohlekraftwerk – der klimaschädlichsten Art der Stromerzeugung überhaupt – beteiligt zu sein“, meint Martin Zimmermann, Geschäftsführer des WWF St. Gallen. Und Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin des WWF Graubünden, freut sich: „Unser beharrlicher Einsatz gegen das Kohlekraftwerk in Zusammenarbeit mit Bürgern und Bürgerinnen aus Brunsbüttel hat sich gelohnt. Am Ziel sind wir aber erst, wenn Repower ihr zweites Kohleprojekt in Saline Joniche aufgibt.“ Der WWF erwartet zudem auch ein klares Bekenntnis der Bündner Regierung, dass Unternehmen mit Kantonsbeteiligung generell auf künftige Investitionen in Kohlekraft verzichten müssen. Dies verlangt die von WWF Graubünden und anderen Organisationen im letzten Oktober eingereichte kantonale Initiative „Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft“.

Schweizer Umweltverbände warnten sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen vor dem Kraftwerksprojekt. Die Schweizer Energieversorger Gruyère Energie, Romande Energie, Groupe E sowie Elektra Birsek Münchenstein (EBM) sind deswegen schon vor mehr als zwei Jahren aus dem umstrittenen Projekt ausgestiegen. Im März dieses Jahres hat schliesslich auch die Bündner Repower – einer der Hauptinvestoren – Brunsbüttel von der Projektliste gestrichen.

Weitere Informationen

Volksinitiative „Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft“

WWF Graubünden
WWF St. Gallen 

Bild: Luiscarlosrubino [CC-BY-3.0] via Wikimedia Commons

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