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Pilzarten erhalten heisst Lebensraum schützen

  • Nora Kieselbach
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Wer bedrohte Pilzarten erhalten will, muss deren natürliche Lebensräume schützen. In einem neuen Merkblatt für die Praxis: Pilze schützen und fördern (pdf) fasst die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL die aktuellen Kenntnisse über die Gefährdung und den Schutz der Pilze in der Schweiz zusammen und bietet konkrete Entscheidungshilfen für einen sinnvollen Pilzschutz.

Früher bildeten Speisepilze für den Menschen vor allem eine wertvolle Zusatznahrung; unterdessen wurde das private Pilzsammeln jedoch zur beliebten Freizeitbeschäftigung, was den Sammeldruck auf die Pilze erhöhte. Pilzschutzmassnahmen wurden gefordert und eingeführt. Die wichtigste Schutzmassnahme für bedrohte Pilzarten besteht im Schutz und in der Erhaltung ihrer natürlichen Lebensräume. Dazu kommen noch artspezifische Biotopschutzmassnahmen wie das Erhalten von Alt- und Totholzinseln in Wäldern, schreibt die WSL.

1975 startete im neuen Pilzreservat La Chanéaz im Kanton Freiburg eine Langzeitstudie, um wissenschaftliche Erkenntnisse über die Ökologie von Waldpilzen und deren möglichen Gefährdungen zu erlangen und den Einfluss des Pilzsammelns auf die Pilzflora zu untersuchen.La Chanéaz ist weltweit einzigartig: Nirgendwo sonst wurde bisher über einen so langen Zeitraum die Entwicklung der Pilzflora genau untersucht. So fand man heraus, dass ein erhöhter Sammeldruck nicht wie angenommen schädliche Auswirkungen auf das Pilzvorkommen hat, sondern vielmehr die Veränderung und Schädigung ihrer Lebensräume für den Rückgang einiger Pilzarten verantwortlich ist. Aber nicht nur die grossen Veränderungen in der Landnutzung haben die Pilzflora stark beeinflusst; viele Pilze reagieren zudem sensibel auf Luftverschmutzung, so dass deren Anzahl zurückging.

Das Datenzentrum SwissFungi, das im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL betrieben wird, dient in erster Linie der Erarbeitung von Roten Listen und gibt den Behörden wichtige Hinweise auf das Vorkommen schutzbedürftiger Arten. Die Liste der national prioritären Arten dient als ergänzendes Instrument zu den Roten Listen. Es ist auch eine Vollzugshilfe für die Prioritätensetzung in der Arten- und Lebensraumförderung. 2012 sind als Vollzugshilfen für die Naturschutzbehörden Merkblätter zu den zwölf national geschützten und zu weiteren prioritär zu fördernden Pilzarten ausgearbeitet worden.

Weitere Informationen

Artenmerkblätter diverser Pilze

Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
Bundesamt für Umwelt BAFU

Bild: Danny Steaven [CC-BY-SA-2.0] via Wikimedia Commons

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