Letzte_Äpfel_November_2011

Pilz entblättert Apfelbäume

  • Sophie Ryser
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Normalerweise verlieren Apfelbäume ihre Blätter erst im November. In der Ostschweiz wurden im Jahr 2010 aber vereinzelt unbehandelte Bäume beobachtet, die viele ihrer Blätter schon vor der Ernte verloren. Forscher von Agroscope konnten damals eine Pilzkrankheit feststellen, welche bei uns bis dahin unbekannt war: Marssonina. Seither breitet sich die Krankheit aus, dieses Jahr haben auch viele Bäume bereits Blätter verloren.

Der Pilz stammt aus Asien, wo er eine der bedeutendsten Apfelkrankheiten darstellt. In Mitteleuropa wurde er erstmals im Jahr 2010 nachgewiesen, besonders Bio-Anlagen, Hochstammbäume und Apfelbäume in Hausgärten sind betroffen. Bei Bäumen, welche von Marssonina befallen sind, verfärben sich die Blätter. Es entwickeln sich grüne und braune Flecken mit kleinen schwarzen Punkten, zwischen den Flecken wird das Blatt gelb. Schliesslich fallen die Blätter aus. Obwohl die Ernte meist nicht direkt vom Pilz betroffen ist, schadet dieser den Bäumen langfristig. Durch den frühen Blattverlust werden die Bäume geschwächt, in den Folgejahren werden sie immer weniger Äpfel produzieren können.

Bio-Bäume sind häufiger betroffen, da die hier zugelassenen Pilzmittel offensichtlich weniger gut gegen Marssonina wirken als solche, die im konventionellen Anbau verwendet werden. Einige Sorten sind zudem weniger anfällig als andere, in Wildapfelarten wurden sogar Resistenzen festgestellt. Gerade wichtige Sorten wie Gala oder Golden Delicious scheinen aber besonders anfällig zu sein. Der Pilz braucht idealerweise Temperaturen über 20 Grad Celsius und einige Tage eine hohe Luftfeuchtigkeit, damit eine Infektion sattfinden kann. Überwintern kann er im Falllaub.

Wer bei sich im Garten den Pilz vermutet oder einen befallenen Baum hat, an welchem er die Krankheit bekämpfen möchte, wendet sich am besten an seinen Gärtner.

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Bild: 4028mdk09 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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