Beim Kauf von Souvenirs sollte einiges beachtet werden. | © Tumitu Design,  [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Beim Kauf von Souvenirs sollte einiges beachtet werden. | © Tumitu Design, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Pflanzliche Souvenirs kommen nicht ins Gepäck!

  • Amanda Buol
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Die Ferienplanung ist voll im Gange und es gibt viele Fragen, die nach Antworten verlangen, wie ob der Pass noch gültig ist. Dabei geht es im Wesentlichen um das Verreisen in ein fernes Land. Dabei macht man sich selten Gedanken über die Andenken, die man bei der Rückkehr mitbringen will. Aber nicht alle Souvenirs können bedenkenlos nach Hause mitgebracht werden. Souvenirs unterliegen häufig zusätzlichen Einfuhranforderungen, dies gilt auch für Pflanzen, Samen, Schnittblumen, Früchte und Holz.

Wer schon einmal nach Australien oder Neuseeland gereist ist, der kennt es: Vor der Ankunft vernebeln die FlugbegleiterInnen mit ihren Sprühdosen den Innenraum der Flugzeugkabine. Bei der Gepäckausgabe schnuppern Hunde an den Koffern der Ankömmlinge. Beim Zoll müssen mitgebrachte Früchte und Sandwiches abgegeben werden und im Gegenzug werden dem einen oder anderen Ankömmling die Schuhe geputzt.

Dabei gehe es einzig und alleine um den Schutz der heimischen Natur. Denn die Reisenden könnten ungewollt Krankheiten, Schädlinge oder fremde Pflanzensamen einschleppen, schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Wie steht es in der Schweiz mit Kontrolle? Ist unsere Natur durch Reisende bzw. deren Mitbringsel nicht gefährdet?

Auch wenn die Kontrollmassnahmen nicht ganz so rigoros wie in der Heimat der Kiwis und Kängurus sind, so stellen bestimmte Waren aus fernen Ländern auch für unsere Natur ein Risiko dar. Diese Waren sind potentielle Träger von besonders gefährlichen Schadorganismen (Quarantäneorganismen), welche in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau zu massiven Schäden führen können. Solche pflanzlichen Risikowaren sind daher entweder generell zur Einfuhr verboten oder nur unter Auflagen erlaubt, wie einer amtlichen Inspektion bei der Einfuhr oder einem vorhandenen Pflanzenschutzzeugnis, so das BLW.

Täglich werden grosse Mengen von teilweise exotischen, pflanzlichen Waren in die Schweiz importiert. Diese werden am Ersteintrittspunkt CH/EU durch den zuständigen Pflanzenschutzdienst begutachtet und die erforderlichen Dokumente geprüft. So kontrollieren beispielsweise die Inspektoren des Eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes (EPSD) am Flughafen Zürich jährlich rund 16’000 Chargen von pflanzlichen Waren auf besonders gefährliche Schadorganismen. Beanstandete Sendungen werden zurückgewiesen oder umgehend vernichtet.

Was geschehen kann, wenn ein besonders gefährlicher Schadorganismus eingeschleppt wird, zeigt derzeit das traurige Beispiel tausender, sterbender Olivenbäume in Süditalien. Grund für die Tragödie ist ein Bakterium namens Xylella fastidiosa, welches aus Amerika eingeschleppt wurde. Die Verbreitung erfolgt durch einheimische pflanzensaftsaugende Insekten (Zikaden), welche  das Bakterium von Baum-zu-Baum übertragen. Die Ergreifung von einschneidenden Massnahmen soll die Ausbreitung um jeden Preis verhindern und sofern noch möglich das Bakterium wieder ausrotten. Der wirtschaftliche Schaden der bereits entstanden ist, ist immens.

Das müssen Sie als Privatperson bei der Einfuhr von Pflanzen wissen » 

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