Pulsatilla, Küchenschelle, Wildpflanze

„Pflanzenwarte“ Info Flora

  • Nora Kieselbach
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Aus dem Zusammenschluss von zwei zur Förderung von Wildpflanzen tätigen, nationalen Organisationen ist unter dem Namen „Info Flora“ im April 2012 ein nationales Daten- und Informationszentrum zur Schweizer Flora mit Sitz in Genf und Bern entstanden. Die Schweiz hat nun also neben einer Vogelwarte auch eine Pflanzenwarte.

Die Stiftung „Info Flora“ vereint die bisherigen Organisationen ZDSF (Zentrum des Datenverbundnetzes der Schweizer Flora) und SKEW (Schweizerische Kommission für die Erhaltung der Wildpflanzen) zu einem einheitlichen Kompetenzzentrum für die in der Schweiz wildwachsenden Pflanzen. Analog zur Vogelwarte gibt es damit in der Schweiz auch eine „Pflanzenwarte“, welche sämtliche Informationen zu Wildpflanzen sammelt und der Verwaltung und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Die Stiftung wird grösstenteils vom Bund finanziert, wird aber auch von Pro Natura und der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften mitgetragen. Die Botanischen Gärten von Genf und Bern unterstützen die Geschäftsstellen der Stiftung.

Warum braucht es denn überhaupt eine „Pflanzenwarte“? Die überarbeitete Homepage bietet viele Informationen und ist einen Besuch wert. Übrigens: für echte Botanik-Freunde gibt es auch die Möglichkeit, online ein Feldbuch mit seinen Pflanzen-Beobachtungen zu führen – und zwar hier!

Wildpflanzen prägen unsere Umwelt: sie sind nicht nur oft einfach schön, sondern schützen auch vor Naturkatastrophen, liefern lebensnotwendigen Sauerstoff oder bieten Nahrung für Wildtiere.

Das Interesse an Wildpflanzen nimmt zu: wie die oft ausgebuchten Feldbotanik- und Heilpflanzenkurse zeigen. Aber auch in der Landwirtschaft, der Planung und Verwaltung haben Wildpflanzen immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Info Flora zeigt die Verbreitung der Wildpflanzen: Viele Pflanzen waren früher weiter verbreitet als heute; andere, oft vom Menschen eingeschleppte Pflanzen breiten sich hingegen schnell aus und bedrohen teilweise gar die einheimische Vegetation. Das Daten- und Informationszentrum sammelt alle Informationen, bereitet sie auf und stellt sie wieder zur Verfügung: der Verwaltung, der Forschung, den Naturschutzverbänden, der Politik und der Öffentlichkeit.

Grossprojekt Rote Liste: seltene und gefährdete Arten werden beobachtet. Aus tausenden von Beobachtungen über das Vorkommen oder Verschwinden von Wildpflanzen wird schliesslich von Info Flora die offizielle Rote Liste herausgegeben.

Infoplattform für Wildpflanzen: Experten wie Laien können hier Informationen austauschen und anbieten, aber auch neues Wissen über einheimische Wildpflanzen und invasive Neophyten beziehen.

Zusammenarbeit mit anderen nationalen Zentren: Info Flora arbeitet in vielen Fragen und Dienstleistungen eng mit der Vogelwarte, mit CSCF-Info Fauna und den an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL angegliederten Pilz– und Flechtenzentren zusammen.

Weitere Informationen

Bild: Mg-k (M. Klüber Fotografie) [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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