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Pestizidreduktion gefordert

  • Sophie Ryser
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In der Schweiz gelangen zu viele Pestizide in die Umwelt. Deren Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie die Lebensräume sind bedrohlich. Die Umweltorganisationen Greenpeace, Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und WWF legen daher dem Bundesrat eine Anleitung zur Pestizidreduktion vor und fordern ihn zur Ausarbeitung und Umsetzung eines griffigen nationalen Pestizidreduktionsplans auf. Der Bund soll Reduktionsziele festlegen, besonders gesundheits- und umweltgefährdende Pestizide verbieten und den Einsatz von alternativen Pflanzenschutzmethoden vorantreiben.

Pestizide sind giftige Chemikalien, von denen in der Schweizer Landwirtschaft immer grössere Mengen eingesetzt werden. Zwischen 2006 und 2011 sind die Verkaufsmengen um rund 16 Prozent gestiegen und das, obwohl die eingesetzten Pestizide immer wirksamer werden. Die Gefahr für Umwelt und Gesundheit ist enorm. Bereits heute sind 70 Prozent der Schweizer Oberflächengewässer nachweislich mit Pestiziden verunreinigt. Der Mensch nimmt Pestizide hauptsächlich über Nahrungsmittel auf. Zusammen mit anderen Chemikalien des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Kosmetika, Waschmitteln oder Haushaltreiniger, entstehen Giftcocktails mit unvorhersehbarer Wirkung. Zudem schädigen die Agrochemikalien Bienen, Frösche, Fische, Vögel und viele weitere Lebewesen.

„Die Probleme der Pestizidbelastung müssen an ihrer Wurzel angepackt werden“, sagt WWF-Expertin Daniela Hoffmann. „Konkret heisst dies, den Pestizideinsatz und das Pestizidrisiko mit Hilfe eines Reduktionsplans zu verringern. Dies ist der wirkungsvollste Schutz für unsere Gesundheit und die Natur.“ Dass ein solcher Weg möglich ist, zeigt Dänemark. Das Land erliess bereist im Jahr 1986 einen Pestizidaktionsplan und setzt sich das ambitionierte Ziel, das Pestizidrisiko für Bevölkerung und Umwelt zwischen 2012 und 2015 um 40 Prozent zu reduzieren. Die Europäische Union hat ebenfalls den Handlungsbedarf erkannt und alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, Aktionspläne zu erstellen. In der Schweiz hinkt man hinterher: Zurzeit wird erst geprüft, ob es in der Schweiz ebenfalls einen Aktionsplan zur Pestizidreduktion braucht.

„Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass das Risiko von Pestiziden immer wieder falsch eingeschätzt wurde“, sagt Daniela Hoffmann. Pestizide, wie das berühmt berüchtigte DDT, wurden trotz früher Warnsignale als harmlos dargestellt und zum Schaden von Mensch und Umwelt intensiv eingesetzt. Die Umweltverbände fordern den Bundesrat auf, aus den vergangenen Fehlern zu lernen und mit einer fortschrittlichen Pestizidpolitik unsere Gesundheit und die Umwelt vor grösserem Schaden zu bewahren.

Medienmitteilung Pro Natura

Bild: Lite-Trac [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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