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Pestizide in Zierpflanzen

  • Nicole Wabersky
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Fast 80 Prozent der europaweit getesteten blühenden Pflanzen sind mit bienenschädlichen Pestiziden belastet. In der Schweiz liegt der Wert sogar bei 100 Prozent. Zudem ist über die Hälfte der Pestizide, die in den Schweizer Proben nachgewiesen wurden, im Zierpflanzenbau nicht zugelassen. Zu diesen schockierenden Ergebnissen kommt eine heute veröffentlichte Greenpeace-Studie. Greenpeace fordert von den betroffenen Firmen, umgehend auf bienenschädliche Pestizide zu verzichten und ihr Gartensortiment auf ökologische Produkte auszurichten.

Pestizide sind neben Parasiten und weit verbreiteten Monokulturen ein massgeblicher Faktor für den Bestäuberrückgang. Der Greenpeace-Report «Giftiger Garten Eden» hat 35 verschiedene bienenattraktive Pflanzenarten in zehn europäischen Ländern auf chemische Gifte untersucht. Ebenfalls wurden zehn Proben aus der Schweiz getestet. Darunter Narzissen, Krokusse und Glockenblumen von Jumbo, Migros, Coop und den Garten- und Baumärkten Obi, Bauhaus und Hauenstein.

Jede Schweizer Probe enthielt Rückstände von mindestens zwei und bis zu fünfzehn verschiedenen Pestiziden. Alle Proben enthielten bienenschädliche Pestizide, vier davon Rückstände von Imidacloprid, das in der Schweiz teilweise verboten ist. Die höchsten Imidacloprid-Werte wiesen die Blumen von Obi und Jumbo auf.

«Gartenfreunde werden ungewollt zu Mittätern gemacht, selbst wenn sie keine Pestizide verwenden wollen.», warnt Marianne Künzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz. Der Einsatz von Neonicotinoiden bei Blumen, die zwar in Gewächshäusern gezogen, aber im Garten oder auf dem Balkon ausgesetzt werden, ist nicht im Sinne der gesetzlichen Einschränkung. Das Teilverbot muss deswegen dringend ausgeweitet werden.

Weitere Informationen

Zum Greenpeace-Report

Bild: Haeferl (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

2 Kommentare

  • Christine Dobler Gross

    Ich war heute auf dem Bürkliplatz-Markt. Es ist nicht einfach, sich da zurechtzufinden, wo man Blumensetzlinge bekommt, bei denen man sicher sein kann, dass sie nicht mit Pestiziden produziert wurden. Man muss deshalb dringend empfehlen, dass Gärtner mit ökologischen Produkten diese gut sichtbar ausweisen. Ich nehme an, da verwendet man auch das Bio-Label? Ich bitte um Aufklärung! Gerne hätte ich auch einen Link zu dieser Greenpeace-Studie.

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    • Nicole Wabersky

      Gärtner, die ökologische Produkte anbieten, können das Bioterra-Gütesiegel zur Förderung des biologischen Gartenbaus in Bio- und Naturgärten bekommen. Hier mehr dazu: http://www.bioterra.ch/node/65
      Der Link zur Studie findet sich am Ende des Artikels, bzw. hier kann der Report in Englisch oder die Zusammenfassung auf Deutsch eingesehen werden: http://bienenschutz.ch


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