Pestizid-Cocktail in den Gewässern

  • Redaktion Naturschutz
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Nitrat, Pestizide und Antibiotika – die Schlagzeilen um Stoffe aus der Landwirtschaft, die nicht in unsere Gewässer und schon gar nicht ins Trinkwasser gehören, brechen nicht ab. Am EAWAG-Infotag 2005 zeigten Fachleute, dass in der Schweiz viel unternommen und erreicht worden ist für sauberes Grundwasser und sauberes Wasser in Bächen, Flüssen und Seen. Einen Grund, die Hände in den Schoss zu legen, liefern die jüngsten Forschungsresultate aber nicht.
Heute setzen die Landwirte zwar 30 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel ein als vor 15 Jahren. Das heisst aber nicht automatisch, dass auch weniger Pestizide in die Gewässer gelangen. So wird in einem sehr nassen Jahr immer noch viel Chemie in die Gewässer geschwemmt. Auch vernässte Standorte bergen ein grosses Risiko, dass dort ausgebrachte Pestizide später in die Gewässer gelangen. In Gebieten mit hohem Tierbestand fliesst zudem immer noch zuviel Phosphor in die Gewässer.
Von den 400 in der Schweiz zugelassenen Pestiziden finden sich 20 regelmässig in den Gewässern. Heute gilt für alle der gleiche Grenzwert. Die EAWAG arbeitet an einer Methode, mit der man das Risikon für Wasserlebewesen besser abschätzen kann. Daraus könnten neue Grenzwerte festgelegt werden.

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