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Permafrost auf dem Rückzug

  • Monika Jung
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permafrost2gDurch die Klimaerwärmung beginnen Permafrost-Böden immer weiter zu tauen und geben dabei grosse Mengen CO2 ab. Forscher des Cooperative Institute for Research in Environmental Sciences (CIRES) haben erstmals ermittelt, wie viel Treibhausgas das arktische Tauwetter bis 2200 freisetzen wird.

22,79 Millionen Quadratkilometer Boden und damit fast ein Viertel der Landfläche auf der Nordhalbkugel sind nahezu permanent gefroren. In den polaren Breiten von Alaska über Nordskandinavien bis Sibirien sorgt der Frost dafür, dass organische Stoffe wie Pflanzenwurzeln oder verwelkte Blätter nicht von Mikroben abgebaut und daher nahezu unzersetzt abgelagert werden. Durch die Klimaerwärmung beginnen die arktischen Böden aber immer weiter zu tauen. Damit aber stehen die organischen Stoffe auch der bakteriellen Zersetzung wieder zur Verfügung und geben dabei große Mengen CO2 ab, berichtet das Wissensmagazin scinexx.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass bis zum Jahr 2200 je nach Szenario 30 bis 60 Prozent des Permafrosts auf unserem Planeten verschwunden sein. Dies wiederum wird die Freisetzung von 190 Milliarden Tonnen Kohlenstoff verursachen – das meiste davon bereits in den nächsten 100 Jahren. „Die Menge, die nach unseren Erwartungen aus den Permafrostgebieten abgegeben werden wird, entspricht der Hälfte der gesamten CO2-Emissionen seit Beginn der Industrialisierung“, so der Leiter der Studie, Kevin Schaefer. Die gesamten bisherigen anthropogenen Kohlenstoffemissionen der industrialisierten Menschheit seit etwa dem Jahr 1820 machen etwa 435 Milliarden Tonnen aus.

Diese Freisetzung von Treibhausgasen aus dem auftauenden Permafrost hat klare Auswirkungen auf das zukünftige Klima, sie trägt zum Klimawandel bei und beschleunigt ihn weiter. Schaefer warnt: „Wenn wir einen Maximalwert der Kohlendioxid-Reduktion erreichen wollen, dann müssen wir die Emissionen von fossilen Brennstoffen noch weiter herunterschrauben als gedacht, um auch das zusätzliche CO2 aus dem Permafrost auszugleichen.“

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Bild: University of Colorado

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