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Im «Parc Adula»: die Pian Gran im Valle Mesolcina © Pro Natura / Raphael Weber

Parc Adula: Kritik an der Charta      

  • Amanda Buol
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Am 1. Februar wurde die Vernehmlassung der Charta des Parc Adula abgeschlossen. Trotz Befürwortung werden auch teilweise kritische Stimmen zum Park-Reglement laut.

Das Projekt des Nationalparks Adula wird fleissig vorangetrieben. So ist nun die Vernehmlassung für das Regelwerk abgeschlossen und in diesem Jahr wird in den 17 betroffenen Gemeinden über den Park-Vertrag abgestimmt.

Die Charta, wie das Park-Reglement heisst, dient zur Vermeidung von Konflikte verschiedener Interessensgruppen. Während der Vernehmlassung wurden jedoch kritische Stimmen laut, so beispielsweise der Schweizer Bergführerverband und der SAC. Diese begrüssen zwar die Erhaltung der schönen Landschaften und Lebensräume, sie wollen aber nicht im Bergsport eingeschränkt werden. Der geführte Bergsport basiere auf sanftem Tourismus und vermittle den Besucher schöne Naturerlebnisse um ihr Verständnis zu fördern. Daher fordert der Bergführerverband und der SAC, dass alle Wanderwege und Skitourenrouten, die im SAC-Führer und auf Karten seien, begehbar bleiben, obwohl sie sich in der Kernzone befinden. Sie verweisen auf andere internationale Parks hin, bei denen Naturschutz und Bergsport harmonieren können. In der Kernzone des Parc Adula würden nur einzelne Wege freigegeben und diese dürfen nicht verlassen werden.

Auch Pro Natura befürwortet zwar den zukünftigen Nationalpark, insbesondere die Bewahrung der Natur und die Förderung einer nachhaltigen, wirtschaftlichen Zukunft in der Region. Doch auch sie sehen noch Verbesserungspotenzial bei der Charta. So enthalte sie zahlreiche Ausnahmen für verschiedene Nutzungsgruppen. Das könnte die freie Entwicklung der Natur in der definierten Kernzone behindern. Ausserdem beinhalte der Parkperimeter Lücken, welcher, nach Meinung der Pro Natura, Platz für künftige Grossprojekte biete. Das widerspreche dem Sinn eines Nationalparks.

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