Gelbkopfamazonen fühlen sich sogar in Stuttgart wohl. | © Feroze Omardeen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Gelbkopfamazonen fühlen sich sogar in Stuttgart wohl. | © Feroze Omardeen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Papageien erobern die Stadt                      

  • Cécile Villiger
  • -

Tropische Papageien in Städten, sogar in unseren Breitengraden? Während die Bestände in den natürlichen Habitaten dramatisch schwinden, hat in Stuttgart vor über 30 Jahren ein ausgebüxtes Amazonenpapageien-Paar begonnen sich zu vermehren.

Papageienbestände haben sich drastisch verkleinert und schrumpfen weiter da ihre Lebensräume schwinden. Die schillernden Vögel gehören zu der weltweit am stärksten gefährdeten Vogelordnung. Ein weiterer Grund ist die grosse Faszination von uns Menschen für die intelligenten Tiere: die Nachfrage nach den exotischen Vögeln ist in den letzten 50 Jahren enorm gestiegen. So wurden die Vögel gefangen und  in die ganze Welt verfrachtet.

Doch so manche Art weiss sich in urbanisierten Gebieten anzupassen. So leben in städtischen Kalifornien etwa ein Dutzend verschiedene Arten. Aber auch nach Europa hat es eine mittelamerikanische Art geschafft: im deutschen Stuttgart lebt mittlerweile eine Population von 50 Gelbkopfamazonen.

Es ist anzunehmen, dass im Jahre 1984 ein Gelbkopfamazone dem Haustierbesitzer entfloh und zufälligerweise auf ein Individuum des anderen Geschlechts traf. Diese fanden Gefallen aneinander (was unter den Amazonen nicht selbstverständlich ist) und gründeten im Stadtbezirk Bad Cannstatt die erste europäische Papageien-Population. Trotz nahem Verwandtschaftsgrad entwickelten sich die Vögel bestens.

Sie streifen durch Parks, lassen sich auf Plantanen nieder und sind trotz grossem Lärm bei den meisten Anwohner beliebt. Durch das Jahr dienen Zweige, Ahornrinden und sogar giftige Robinien- oder Eibensamen als Nahrung. Auch an die eisigen Temperaturen im Winter haben sie sich angepasst und fressen Schnee um Flüssigkeit aufzunehmen. Feinde haben die bunten Vögel bis jetzt kaum – der Habicht zum Beispiel bevorzugt immer noch Tauben.

Papageien sind sehr intelligente Vögel und haben ein auzsgeprägtes Sozialverhalten. Ein gemeinsames Merkmal ist der Kletterfuss, bei welchem zwei Zehen nach vorne und zwei nach hinten gerichtet sind. Mit ihren Füssen können sie sogar Nahrung zum Schnabel führen. Ausserdem gibt es wie bei uns Menschen eine „Füssigkeit“, bei den meisten ist der linke der geschicktere Fuss. Auch der gebogene, starke Schnabel ist ein Charakteristikum.

Wer sich mehr für die Stadt-Papageien interessiert: auf SRF kann man die spannende DOK-Sendung  „Planet der Papageien“ anschauen.

Beitrag kommentieren