© Andrea Schieber [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Andrea Schieber [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Palmöl muss in der EU deklariert werden

  • Roman Vonwil
  • 2

Die Palmölgewinnung ist ein Hauptgrund für das Abholzen der Regenwälder. Jährlich werden etwa 12,55 Millionen Hektaren für neue Palmölplantagen gerodet. Und die Tendenz ist weiter steigend. Bisher informierten die meisten Hersteller die Verbraucher nicht darüber, ob ihre Produkte Palmöl enthalten. Dies ändert sich jedoch mit der neuen Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel in der EU. Nun reicht die Angabe „pflanzliches Öl oder Fett“ nicht mehr aus. Die Produzenten müssen nun ganz klar kennzeichnen, wenn Palmöl in Lebensmitteln enthalten ist.

„Pflanzliche Öle und Fette“ so heisst die verschleierte Hersteller-Angabe bei Produkten, die Palmöl enthalten. Von Schokolade und Fertiggerichten über Kosmetika bis hin zu Waschmittel und Kerzen – fast jeder zweite Verbrauchsartikel enthält pflanzliche Öle und Fette. Diese können zwar aus heimischen Raps- und Sonnenblumenöl oder Sojaöl stammen, aber meist verbirgt sich dahinter Palmöl. Denn es ist das mit Abstand billigste Pflanzenöl auf dem Markt.

Die bereits in 2011 von der EU beschlossene Kennzeichnungspflicht ist am 13. Dezember in Kraft getreten. Hersteller müssen nun genau angeben um welche Öle und Fette es sich in ihren Produkten handelt. So haben Verbraucher endlich die Möglichkeit, auf Produkte zu verzichten, die das umweltschädliche Palmöl enthalten.

Mit Hilfe einer von SAVE Wildlife Conservation Fund zusammengestellten Datenbank kann der Kunde künftig Produkte aus den Bereichen Lebens- und Reinigungsmittel, Kosmetika oder Tierfutter finden, die kein Palmöl enthalten. Die Datenbank, die Teil der Kampagne Zeropalmöl ist, zeigt ebenfalls an, welche Hersteller auf Palmöl ganz oder auch teilweise verzichten. „Hersteller, die Palmöl verwenden, bringen die Regenwaldabholzung direkt in die Haushalte der Verbraucher! Sie beteiligen sie an der Umweltzerstörung, an Menschenrechtsverletzungen und dem Artensterben“, kritisiert Maike Förster vom SAVE Wildlife Conservation Fund.

Gründe, auf Palmöl zu verzichten, gibt es viele. Die schädlichen Auswirkungen der Palmölerzeugung auf Umwelt, Mensch und Tier sind schon lange bekannt. Für Plantagen werden in den Tropen immer noch grosse Regenwaldflächen – oft illegal – gerodet, Kleinbauern vertrieben, Grund und Boden durch den Einsatz von Pestiziden verseucht. Tiere verlieren ihren Lebensraum, viele Arten wie Orang Utans oder der Sumatra Tiger sind akut vom Aussterben bedroht.

Aufgrund der bekannten Problematik versuchen viele Hersteller ihre Einkaufspolitik und Verantwortung auf sogenannte „Nachhaltigkeitssiegel und Zertifizierungen“ abzuwälzen. Aber oft ist die Zertifizierung ein reines Marketingtool. Fast alle Hersteller können die genaue Herkunft des verwendeten Palmöls nicht eindeutig nachweisen. Die von den Zertifizierungssystemen festgelegten Kriterien sind schwammig, und Verstösse gegen Umweltauflagen und Menschrechte werden kaum geahndet.

Dadurch kann weiterhin billig produziert werden. Die Folgen dieser Profitgier verursachen aber langfristig astronomische Kosten. Es ist daher wichtig, Verbraucher_innen, Produzenten und Politik für die Probleme der Palmölproduktion zu sensibilisieren. “Verbraucher haben es in der Hand, den Raubbau an unseren Regenwäldern aufzuhalten! Indem sie sich für palmölfreie Produkte bzw. Alternativen entscheiden und somit Firmen zur Umstellung auf heimische Öle bewegen“, ist Förster überzeugt.

2 Kommentare

  • Peter Voser

    Und wie steht das mit dem „Ökodiesel“? Muss ich vor dem Einsteigen in einen Bus den Fahrer fragen, ob sein Busbetrieb diesen unseligen Treibstoff einkauft? Hoffentlich geht dieses wahnsinnige Produkt bald auf die schwarze Liste.

    Antworten
  • Grob Andrea

    UNBEDINGT!!!! Sollte in der EU das Palmöl deklariert werden.

    Antworten

Beitrag kommentieren