Onsernonetal: Opposition gegen italienisches Wasserkraftwerk

  • Redaktion Naturschutz
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Im Tessin gibt es konkrete Pläne für die Gründung eines Nationalparks Locarnese. Das noch weitgehend unberührte Onsernonetal soll eines der vier Teilgebiete bilden. Der hintere Teil des Onsernonetals liegt jedoch auf italienischem Boden, wo nun eine italienische Firma ein Wasserkraftwerk bauen will. Keine 20 Meter von der Grenze entfernt soll ein Grossteil des Wassers des Flusses Isorno abgezweigt werden. Das Ökosystem des Isorno würde dauerhaft geschädigt.
Die Opposition auf Schweizer Seite ist laut der CIPRA gross. Bereits im vergangenen Jahr hat sich das Bundesamt für Umwelt (Bafu) für eine nachhaltige Nutzung des Flusses ausgesprochen und den italienischen Behörden vorgeschlagen, das Parkprojekt auf das italienische Nachbargebiet auszudehnen. Der Einfluss der Schweiz auf das italienische Bauprojekt ist jedoch bescheiden. Italien muss die Umweltauswirkungen ausweisen und die Schweiz erhält im Rahmen einer Konsultation lediglich Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Dies tun die Schweizer Behörden gegenwärtig. Bislang können sie laut der CIPRA noch kein schlüssiges Urteil abgeben.
Gestern wurde nun bekannt, dass das italienische Umweltministerium über die Baugenehmigung entscheinden wird und nicht die Provinz. Das Tessiner Umweltdepartement, das das Kraftwerk ablehnt, begrüsst diesen Entscheid laut dem Tages-Anzeiger. (sb)

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