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Ölrausch in Kroatien bedroht Umwelt

  • Sophie Ryser
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Vor der Küste Kroatiens werden schon lange Öl- und Gasvorkommen vermutet. Sie könnten dem angeschlagenen Land zu Reichtum und Unabhängigkeit von Importen verhelfen. Nun ist ein Erkundungsschiff gestartet, welches Daten über die Lage und Ausmasse der Vorkommen sammeln soll. Ab 2015 will die kroatische Regierung die erste Lizenz zur Förderung des Öls und Gases erteilen.

Umweltschützer schlagen jedoch Alarm. Diverse Fische, Wale und Delfine würden durch Die Förderung im Meer gefährdet. Auch die Erkundungsfahrt ist heftig umstritten. Denn die Art und Weise, auf welche Daten über den Meeresgrund gesammelt werden, ist für die Tierwelt unzumutbar. Alle zehn Sekunden erzeugen Druckluftkanonen Schallwellen, mit welchen der Boden untersucht werden kann. Die dabei entstehenden Explosionen sind bis zu 240 Dezibel laut. Ein Raketenstart bringt es nur auf etwa 205 Dezibel. Dieser Lärm kann Tiere verletzen oder sogar töten, viele werden vertrieben.

Die Aktion ist sehr zwielichtig. Der Forschungsauftrag wurde am Parlament und der Öffentlichkeit vorbei an ein ausländisches Unternehmen vergeben, was gegen EU-Recht verstösst. Zudem hat niemand das Forschungsschiff wirklich aus der Hafenstadt Zadar auslaufen sehen. Allerdings kann die Route des Schiffs per GPS im Internet verfolgt werden.

Der kroatische Wirtschaftsminister Ivan Vrdoljak jedenfalls hat keine Bedenken und sieht eine glänzende Zukunft für sein Land. Billige Energie würde Sicherheit für Wirtschaft und Bürger bringen. An die Umwelt scheint er aber nicht zu denken…

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Bild: Divulgação Petrobras [CC-BY-3.0-br], via Wikimedia Commons

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