Ökosysteme: Biodiversität hilft gegen Stress

  • Benjamin Kämpfen
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Höhere Durchschnittstemperaturen und steigende Salzkonzentrationen sind Stressfaktoren, mit denen heute viele Ökosysteme im Zug des Klimawandels konfrontiert sind. Doch reagieren alle Ökosysteme gleich auf Stress, und wie wirkt sich Stress auf die Ökosystem-Dienstleistungen aus, wie beispielsweise die Biomasseproduktion? Botaniker und Ökologen der Universitäten Zürich und Göttingen wiesen erstmals nach, dass Ökosysteme mit hoher Biodiversität mehr Stress wie höhere Temperaturen oder steigende Salzkonzentrationen vertragen als solche mit geringerer Biodiversität.

Höhere Artenzahl führt zu höherer Stressresistenz
Die Wissenschaftler untersuchten 64 Arten von einzelligen Mikroalgen aus der Sammlung von Algenkulturen Göttingen. Diese stehen an der Basis der Nahrungskette und binden mittels Photosynthese klimaschädigendes CO2. «Je mehr Arten an Mikroalgen in einem System vorkommen, desto robuster ist das System unter moderatem Stress, im Vergleich zu solchen mit wenig Arten», erläutert Hauptautor Bastian Steudel eines der Resultate. Systeme mit hoher Artenzahl können ihre Biomasseproduktion somit länger stabil halten, als solche mit weniger Arten.

Insgesamt untersuchten die Forscher sechs unterschiedliche Intensitäten des Stresses. Bei sehr hohen Intensitäten nahmen die positiven Effekte der Biodiversität ab bzw. kamen zum Erliegen. Allerdings wirkte sich steigender Stress bei Systemen mit wenig Arten bedeutend negativer aus, als bei solchen mit hoher Biodiversität. «Die Studie zeigt, dass unter Stress eine hohe Artenvielfalt für die Aufrechterhaltung der Biomasseproduktion besonders wichtig ist», fasst Michael Kessler, Steudels Doktorvater, die Bedeutung der Forschungsarbeit zusammen.

Universität Zürich

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