Ökonomie von Ökosystemen

  • Gavino Strebel
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SchilfDie Studie TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission auf Vorschlag der G8+5-Umweltminister (Potsdam 2007) zur Untersuchung des ökonomischen Werts der biologischen Vielfalt initiiert. Die Studie untersucht die Ökonomie von Ökosystemen und der Biodiversität. Kürzlich ist ein Zwischenbericht erschienen.

Dem Bericht zufolge wird die biologische Vielfalt zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht. Gleichzeitig sind natürliche Ökosysteme einer der wichtigsten, noch nicht mobilisierten Verbündeten im Kampf gegen die grösste Herausforderung für unsere Generation, heisst es in dem Bericht. So werden schätzungsweise fünf Milliarden Tonnen bzw. 15 Prozent des weltweiten Ausstosses von Kohlendioxid jährlich von den Wäldern absorbiert. Die Wälder leisten somit einen zentralen Beitrag zur Abschwächung des Klimawandels. Investitionen in Massnahmen auf Ökosystemebene, z.B. zur Reduzierung der Emissionen aus der Entwaldung und Waldschädigung in Entwicklungsländern, könnten aber nicht nur zur Bewältigung des Klimawandels beitragen, sondern auch eine wirksame Armutsbekämpfungs sein.

Im aktuellen Jahrhundert gefordert ist eine „Grüne Wirtschaft“, in der Naturgüter bzw. naturbezogene Güter fester Bestandteil der allgemeinen Wirtschafts- und Politikplanung sind. So sollte in die Stärkung der Kohlenstoffspeicherungs- und Anpassungsleistungen der Ökosysteme investiert werden. Die aktuellen Zwischenergebnisse von TEEB bescheinigen der ökologischen Infrastruktur der Erde ein vorzügliches Renditepotenzial. So könnten beispielsweise allein durch eine 45-Milliarden-US-Dollar-Investition in Schutzgebiete naturbezogene Leistungen im Wert von 5 Billionen US-Dollar pro Jahr gesichert werden.

Forum Biodiversität Schweiz

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