Fucus_vesiculosus Blasentang Alge

Ökologische Verstärkung potenziert Folgen des Klimawandels

  • Dominique Haiden
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Fucus_vesiculosusIn einer neuen Studie zeigen Meeresbiologen des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) zusammen mit Kollegen aus sechs Ländern, dass das komplizierte Geflecht von Wechselwirkungen innerhalb eines Ökosystems schon kleine Umweltveränderungen innerhalb kurzer Zeit zu drastischen Folgen verstärken kann.

Tiere und Pflanzen in Küstengebieten sind hart im Nehmen. Die Bewohner der flachen Ostsee beispielsweise müssen mit stark schwankenden Temperaturen, einem veränderlichen Salzgehalt und sogar mit kurzfristigen Sprüngen des pH-Wertes zurechtkommen. So sind sie manchmal innerhalb weniger Wochen mit grösseren Veränderungen konfrontiert, als sie in Folge des Klimawandels für die kommenden 100 Jahre zu erwarten wären. Trotzdem,  „auch kleinste Abweichungen von den Durchschnittswerten in einem Ökosystem können durch ökologische Verstärkung grosse Folgen haben“, erklärt der Kieler Meeresbiologe Professor Martin Wahl vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR).

Die oft überraschenden Wechselwirkungen zwischen Belastungen durch ungünstige Umweltbedingungen (z.B. Erwärmung) einerseits und durch Frassfeinde oder Parasiten andererseits, erläutern die beteiligten Experten in ihrer Studie anhand der Stressökologie von Großalgen wie z.B. dem Blasentang.

„Kaum eine Art wird an einer einzelnen Auswirkung des Klimawandels zugrunde gehen“, resümiert Wahl die bisherigen Erkenntnisse, „trotzdem können wir seine Folgen nicht weglächeln.“ Wahl hofft auf eine veränderte Wahrnehmung, „denn der Schneeballeffekt, den die ökologische Verstärkung hervorrufen kann, ist noch viel zu wenig erforscht.“

Weitere Informationen

Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR)

Bild: Kristian Peters (Wikimedia Commons)

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