gründach

Ökologische Vernetzung in Zürich

  • Daniela Cervenka
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Gründächer werden immer beliebter. Nicht nur bei den Menschen, auch bei Insekten und Spinnen. Sie vergrössern in städtischen Gebieten nicht nur den Lebensraum der kleinen Tiere, sondern erhöhen auch die Artenvielfalt. Bisher war jedoch unbekannt, ob die begrünten Dächer isolierte Naturinseln darstellen oder untereinander vernetzt sind.

Wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in ihrer Medienmitteilung schreibt,  stellten sich Forschende der WSL und der ETH Zürich die Frage, ob begrünte Dächer zur besseren Vernetzung der Lebensräume in Städten beitragen. Um dieser Frage nachzugehen bestückten die Forscher Gründächer und Bodenstandorte in Zürich mit Trichtern und Bodenfallen.

Die Ergebnisse zeigen, dass für Laufkäfer und Spinnen die Gründächer in Zürich zu weit voneinander entfernt sind, um für diese wenig mobilen Insekten als Trittsteine zu wirken. Hingegen werden für Fluginsekten wie Bienen und Rüsselkäfer weit entfernte Lebensräume durch Gründächer miteinander vernetzt und machen dadurch die verbauten Städte für sie durchlässig. Ebenfalls tragen diese Naturinseln einen grossen Beitrag zur Artenvielfalt der Fluginsekten in der Stadt bei.

Mit der gezielten Integration von Gründächern in die städtische Raumplanung liesse sich daher die Vernetzung von Grünflächen und somit der Lebensraum von Insekten verbessern. Wichtig dabei ist weniger die Grösse der begrünten Fläche, als vielmehr die Vielfalt an natürlichen Strukturen und Pflanzen mit geeigneten Lebensräumen. Die Forschungsergebnisse legen ausserdem nahe, dass der fliegende Austausch zwischen Gründächern sehr wichtig ist, da gut miteinander vernetzte Insektengesellschaften als weniger anfällig gegenüber Störungen gelten und somit bessere Überlebenschancen haben.

Bild: Sonja Braaker

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