Schwarzenberg Bauernhof Scharmoos

Ökologisch und klein, so soll’s nicht sein

  • Sophie Ryser
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Die heute vom Bundesrat verabschiedeten Verordnungen zur Agrarpolitik 2014-2017 sind ein wichtiger letzter Schritt dieser Teilreform der Agrarpolitik. Mit dem heutigen Beschluss hat der Bundesrat den langen Prozess für eine neue Agrarpolitik abgeschlossen. Jetzt können die Landwirte die Direktzahlungen berechnen und das Betriebsmanagement wo nötig anpassen.

Mit der neuen Landwirtschaftspolitik wird zwar ein kleiner Anreiz zu umweltfreundlicherem Wirtschaften im Landwirtschaftsland gesetzt. Mit den erreichten Änderungen wurde aber keine Weichenstellung hin zu einer wirklich ökologischen Schweizer Landwirtschaft erreicht. Pro Natura sieht darin eine verpasste Chance und zählt weiterhin auf die vielen Bäuerinnen und Bauern, die trotz zu schwachen Anreizen durch die Politik, heute und in Zukunft an einer ökologischen Produktion festhalten.

Denn noch immer wird vor allem die Produktion mit Geldern gefördert. Die dafür verwendeten Steuergelder werden unter dem irreführenden Begriff „Versorgungssicherheit“ ausgeschüttet. Getreu dem Motto: „Je grösser ein Betrieb, desto mehr Direktzahlungen“. Dabei verlangt die Verfassung von der Schweizer Landwirtschaft nebst der Versorgung der Bevölkerung auch die Pflege der Kulturlandschaft, den Erhalt der Lebensgrundlagen sowie die dezentrale Besiedlung des Landes. Pro Natura setzt sich für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Verfassungsaufträgen ein.

Der SVS/BirdLife Schweiz fordert zudem, dass die Bäuerinnen und Bauern bei der Anpassung an eine biodiversitätsschonende Landwirtschaft unterstützt und bei der Umsetzung motivierend begleitet werden. Denn viele Tier- und Pflanzenarten des Landwirtschaftsgebietes sind bedroht, weil sie massiv unter der weiterhin fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft leiden. Produktion und Ökologie sind jedoch kein Gegensatz. Wie sie in ihrer Medienmitteilung bekannt geben, „braucht es nicht eine noch intensivere Nahrungsmittelproduktion mit all ihren negativen Folgen wie dem massiven Pestizideinsatz, sondern eine Verbesserung der Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette.“

Medienmitteilung Pro Natura

Medienmitteilung SVS/BirdLife

Bild: Leiju [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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