Der Technologiekonzern Apple bezieht am meisten Ökostrom. | © Rodrigo Denúbila, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Der Technologiekonzern Apple bezieht am meisten Ökostrom. | © Rodrigo Denúbila, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Ökostrom: Gute Noten für Apple, Facebook und Google

  • Cécile Villiger
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Die US-Technologiekonzerne Apple und Facebook stehen an der Spitze des Greenpeace-Rankings, Amazon hingegen setzt weiter auf Strom aus Kern- und Kohlekraftwerke.

Der Greenpeace-Report untersucht die Lieferkette der 15 weltweit führenden Cloud Computing und Colocation-Anbieter und zeigt, wie die Energie für deren Rechenzentren produziert wird. Mit 83 Prozent Strom aus regenerativen Quellen belegt Apple das dritte Jahr in Folge den Spitzenplatz, gefolgt von Facebook (67 Prozent), Google (56 Prozent) und HP (50 Prozent). Besonders schlecht unter den bekannten Internetkonzernen schneidet Amazon Web Services (AWS) ab, ein Unternehmen, das Daten von Betreibern wie Netflix, Pinterest und Spotify hostet. AWS-Rechenzentren beziehen 30 Prozent Strom aus Kohlekraft, 26 Prozent Atomstrom und 24 Prozent Strom aus Gaskraftwerken. Lediglich 17 Prozent stammt aus Erneuerbaren Quellen, so das Ergebnis der jüngsten Ausgabe des Greenpeace-Reports „Grüner Klicken“.

Da weltweit immer mehr Menschen Cloud- und Streaming-Dienste nutzen, steigt auch der Energiebedarf stark an. „Schon jetzt verbrauchen Internetnutzer beim Streamen von Musik und Filmen gigantische Mengen an Strom. Wäre das Internet ein Land, so hätte es weltweit den sechsgrößten Stromverbrauch“, sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. Damit auch die Internetwirtschaft einen Beitrag zum Klimaschutz liefert, fordert Greenpeace alle Internet- und Elektronikunternehmen auf, ihren Energiebedarf auf Erneuerbare Energien umzustellen.

Amazon, Netflix, Pinterest und Spotify setzten auf Kohle und Atom

Grossteils mit Kohle- und Atomstrom betreibt AWS auch Netflix, einen rasch wachsenden Streaming-Anbieter, der weltweit inzwischen etwa 83 Millionen Abonnenten zählt. Zu Spitzenzeiten machen über Netflix gestreamte Serien und Spielfilme mehr als ein Drittel des Datenverkehrs in Nordamerika aus. „Wenn Amazon, Netflix und andere nicht schnell und konsequent auf Erneuerbare Energien umsteigen, werden sie zur Schmuddelecke im Klimaschutz“, sagt Schinerl. Der Netflix-Host AWS nutzt zum Beispiel Datenzentren im US-Staat Virginia mit dem landesweit niedrigsten Anteil regenerativen Stroms. Greenpeace kritisiert zudem die mangelnde Transparenz bei der Stromversorgung von Amazon-Servern.

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