© Patrik Walde [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Ökologische Ausrichtung stärkt Schweizer Landwirtschaft

  • Julia Hatzl
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In der heute veröffentlichten Gesamtschau Agrarpolitik 22+ «AP 22+» spricht sich der Bundesrat klar für eine ökologische Ausrichtung der Schweizer Landwirtschaft aus. Die Entwicklung in Richtung ökologische Landwirtschaft soll deutlich vorangetrieben werden.

Die Umweltverbände BirdLife Schweiz, Greenpeace Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz begrüssen in einer gemeinsamen Mitteilung die deutlichen Worte des Bundesrates im Bezug auf die AP 22+. Mit der Gesamtschau Agrarpolitik 22+ (AP 22+) zeigt der Bundesrat auf, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft im In- und Ausland verbessert, die unternehmerische Entwicklung der Betriebe gefördert und die natürlichen Ressourcen besser geschützt werden können. Anhand von drei Szenarien zur Öffnung des Schweizer Agrarmarktes stellt der Bundesrat dar, wie die Schweizer Agrarpolitik nach 2021 weiterentwickelt werden soll.

Jetzt ökologische Defizite anpacken

Wie die Gesamtschau zeigt, wird bisher keines der 13 Umweltziele Landwirtschaft erreicht. Die Umweltverbände sind erleichtert, dass der Bundesrat die ökologischen Defizite der heutigen Landwirtschaft anerkennt und endlich Verbesserungen vornehmen will. Das ist aus umweltpolitischen wie auch wirtschaftlichen Gründen dringend notwendig. Denn die Schweizer Landwirtschaft hat zum Beispiel punkto Pestizidreduktion, Biodiversitätsförderung und Kulturlandschutz Nachholbedarf. Dabei ist klar, dass der Agrarsektor wirtschaftlich nur zukunftsfähig ist, wenn die Qualität der Produkte stimmt. Eine stärkere ökologische Ausrichtung entspricht in diesem Sinne auch dem neuen Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit und somit dem Volkswillen.

Notwendige gesetzliche Anpassungen

Die nun vorliegenden Marktöffnungsszenarien der Gesamtschau AP 22+ sind als Hebel für eine qualitativ hochstehende, ökologische und wirtschaftlich erfolgreiche Schweizer Landwirtschaft einzusetzen. Dafür braucht es gesetzliche Anpassungen in folgenden Bereichen:

  • Klare Bestimmungen zur Senkung der Pestizid- und Stickstoffbelastung.
  • Regeln für eine standortangepasste Landwirtschaft, um die massiven Nährstoffüberschüsse zu reduzieren und den Rückgang der Biodiversität zu stoppen.
  • Griffige Massnahmen zum Schutz des Bodens – auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen (LN) – um die Böden vor Überbauung zu schützen, Erosion zu verhindern und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.
  • Zugleich braucht es ein ökologisches Monitoring für die beabsichtigten Marktöffnungsschritte. Nur wenn diese auch in einer Gesamtsicht Vorteile für die Umwelt bringen, sind sie sinnvoll.

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