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Japan: Nur noch ein AKW am Netz

  • Manuela Just
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Heute hat Tepco das vorletzte japanische AKW vom Netz genommen. Ab dem 5. Mai soll Japan – zumindest vorübergehend – atomstromfrei sein, dann wird auch der letzte Reaktor heruntergefahren.

Vor dem GAU in Fukushima deckten 54 Atomkraftwerke rund 30 Prozent des Strombedarfs in Japan. Heute ist noch ein Kraftwerk am Netz. Für eine Wartung werden die Atomreaktoren alle 13 Monate heruntergefahren und dürfen erst wieder angeschaltet werden, wenn die lokalen Regierungen zugestimmt haben. Seit der Katastrophe in Fukushima wurden nicht zulestzt wegen der besorgten Bevölkerung keine Genehmigungen mehr erteilt.

Stromsparmassnahmen und wieder angefahrene Thermalkraftwerke sorgen dafür, dass die Lichter in Japan auch mit wenig Atom nicht ausgehen. Erdgas und Rohöl, welche für die Betreibung der Thermalkraftwerke nötig sind, sind teuer. Die Japanische Regierung sei deshalb bemüht, zwei Reaktoren nach bestandenem Stresstest wieder hochzufahren, berichtet die Tagesschau.

Dennoch: Das Beispiel Japan zeigt, dass Stromsparen möglich ist. Um die Versorgungssicherheit trotz abgeschalteter AKW zu gewährleisten, lancierte Japan ein Stromsparprogramm mit dem Ziel 15% weniger Stromverbrauch. Viele Betriebe haben das Einsparziel bei weitem übertroffen, so die Schweizerische Energie-Stiftung SES.

Die SES fordert den Bundesrat auf, dem Beispiel zu folgen und im Rahmen seiner neuen Energiepolitik, die Stromsparpotenziale zu heben. Sie ist überzeugt: Eine konsequente Stromsparpolitik würde es der Schweiz ermöglichen, auf das Restrisiko der Altreaktoren Mühleberg und Beznau zu verzichten.

Weitere Informationen

www.energiestiftung.ch
www.tagesschau.sf.tv

Bild: Ch-info.ch (Wikimedia Commons)

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