Nur ein Planet

  • Stefanie Pfefferli
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Die steigende Nachfrage nach Energie, Nahrung und sauberem Wasser wird die ohnehin schon schwelende Ressourcenkrise noch weiter verschärfen. Davor warnt die Umweltschutzorganisation WWF anlässlich der am Mittwoch in Bonn startenden internationalen Vorbereitungskonferenz für den Rio+20-Gipfel im kommenden Jahr. „Wir leben derzeit auf Pump unseres Naturkapitals. In Zukunft müssen Nahrungsmittel und knappe Produktionsmittel wie Wasser und Böden gerechter und vor allem effizienter genutzt werden“, sagt Martin Geiger, Süsswasserexperte beim WWF.

 

Wasser-, Energie- und Nahrungssicherheit würden zukünftig in Konkurrenz zueinander treten. Auf der Bonner Konferenz steht daher genau dieses Spannungsfeld im Fokus. Vor allem der Nutzungsdruck auf Flüsse, Seen und andere Süsswasservorkommen werde durch eine steigende Nahrungsmittelproduktion und damit verbundene Bewässerung sowie dem steigenden Wasserbedarf für die Energieproduktion zunehmen, so die Befürchtung des WWF. Neben der Wasserkraft sind die Produktion von Biokraftstoffen, die Kühlung von Kraftwerken und der Bau von Pumpspeichern für Wind- und Sonnenenergie vom verfügbaren Wasser abhängig.
Um die Nachfrage nach natürlichen Rohstoffen zu decken, bräuchte man nach Berechnungen des WWF bereits heute einen zweiten Planeten. Mit wachsenden Bevölkerungszahlen, wirtschaftlicher Entwicklung und Ansprüchen wird auch der Bedarf an Wasser, Nahrung und Energie weiter steigen. Die Menschheit befriedigt ihren Ressourcenbedarf der WWF-Studie „Living Planet Report“ zufolge seit Jahren von den „ökologischen Rücklagen“ der Natur.

 

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Bild: Lykaestria (Wikimedia Commons)

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