In Norwegen sollen ab 2025 nur noch Elektrofahrzeuge verkauft werden. | © Arne Halvorsen,  [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
In Norwegen sollen ab 2025 nur noch Elektrofahrzeuge verkauft werden. | © Arne Halvorsen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Norwegen plant Verbot für Diesel- und Benzinautos

  • Amanda Buol
  • 4

In Norwegen sollen ab 2025 keine benzin- und dieselbetriebene Neuwagen mehr verkauft werden. Das Land strotzt voller Ideen um den Übergang zum Elektroauto zu erleichtern.

Verbrennungsmotoren zählen zu den grössten Verursachern von Treibhausgasen. Nun hat Norwegen ihnen den Kampf angesagt. Das Land, welches bereits jetzt die grösste Dichte an Elektrofahrzeuge hat, möchte ab 2025 den Verkauf von benzin- und dieselbetriebenen Autos verbieten. Zu den Ausnahmen zählen nur schwerere Fahrzeuge, die für ihren Antrieb fossile Brennstoffe benötigen.

Der „Nationale Transportplan 2018-2029“ sieht vor, die Emissionen im Transportsektor zu halbieren um 2050 ein CO2-neutrales Land zu werden. Dazu muss das Parlament im Frühling 2017 Stellung nehmen. Die Durchführung ist aber durchaus realistisch.

Die bereits hohe Elektrofahrzeugdichte in Norwegen wird unter anderem durch Steuerleichterungen gefördert. Ausserdem ist der Kauf frei von Mehrwertssteuern und die Besitzer der Elektroautos haben Privilegien im Strassenverkehr. So dürfen sie die Busspur nutzen, kostenlos parkieren und müssen keine Maut bezahlen. Um den Übergang zu den Elektroautos weiterhin zu fördern sind weitere Verbesserungen geplant.

4 Kommentare

  • Waltraud Stingeder

    In Europa insgesamt gibt es laufend Bestrebungen zur Minderung von schädlichen Emissionen. Wer sich für die Schweiz einsetzt, bewirkt eine nützliche Gedankenkette. Hier in Österreich gibt es leider noch sehr wenige genutzte Elektrofahrzeuge. Vor einigen Jahren kam mir zu Ohren, dass die mögliche Nutzungsdauer leider nur ca. 10 Jahre ist. Die Politik in Deutschland und Österreich muss auch auf die Wirtschaft eingehen, da die Erzeugung von Benzin- und Dieselfahrzeugen noch präsent ist.
    Arbeit-Wirtschaft-Umwelt: Hier einen gemeinsamen Nenner zu finden erfordert artistisches Fingerspitzengefühl und auch einen intensiven gegenseitigen Austausch.
    Damit dies gelingen möge spätestens bis 2025 [Norwegen], dafür betet am Karsamstag in der Hoffnung der Auferstehung

    Waltraud aus Oberösterreich

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  • Renzo Haldemann

    Mich würde interessieren, woher der Strom zum betreiben von Elekrtro-Autos herkommt, wenn z. Bsp. In der Schweiz alle Fahrzeuge mit Strom fahren würden. Solar-, Wind- und WasserKraft würden da kaum reichen.

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    • Hans Heinrichs

      „Für 2020 könnte der
      Stromverbrauch im Verkehr auf rund 3,24 TWh ansteigen, sofern bis dahin tatsächlich eine
      Million Elektro-Autos zugelassen sein werden. Gemessen am gesamten Stromverbrauch,
      der für das Jahr 2020 erwartet wird (573 TWh), ist der Anteil der Elektromobilität zwar sehr
      gering (0,6 Prozent). Für die weitere Zukunft jedoch müsste die Stromerzeugung aus
      erneuerbaren Energien konsequent weiter ausgebaut werden. Auf den ersten Blick lassen
      sich mit Elektrofahrzeugen deutliche Effizienzsteigerungen gegenüber konventionellen
      Fahrzeugen realisieren. Wenn bereits bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge
      das Mobilitätsangebot von einer Million konventioneller Fahrzeuge ersetzen würden, ließen
      sich ca. 600 Mio. Litern Ottokraftstoff und 3.600 GWh Endenergie pro Jahr einsparen“
      https://www.zsw-bw.de/uploads/media/Monitoring_E-MobilitNt_2012.pdf

      „In einem Szenario mit einer erfolgreichen Marktentwicklung von Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2050 gehen die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Fahrzeugkonzepte von einem Anteil von 28 Prozent rein batteriebetriebener Fahrzeuge und 34 Prozent Hybridfahrzeugen aus. Der Stromverbrauch von diesen insgesamt 27 Millionen Elektrofahrzeugen in Deutschland läge bei 53,5 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr, das entspricht etwa zehn Prozent des derzeitigen Gesamtverbrauchs an Strom in Deutschland.“
      http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10122/333_read-4392/year-2012/#/gallery/6762

      Das sind jetzt Annahmen für Deutschland, klar muss ein Ausbau der Elektromobilität mit dem Ausbau erneuerbarer Energien einhergehen. Der Anteil von E-Fahrzeugen am gesamten Stromverbrauch ist aber nicht so hoch wie man oft denkt, daher ist es vermutlich durchaus machbar den Anteil an erneuerbarer Energie angepasst auszubauen, auch wenn man z.B folgende Studie heranzieht:

      „Die Studie rechnet die Entwicklung bei den Erneuerbaren Energien auf die nächsten 15 Jahre hoch. Diese neuen Stromerzeugungskapazitäten wurden mit den wegfallenden alten Kraftwerksblöcken verglichen. Ergebnis: Wind-, Sonnen- und Bioenergie sowie Erdwärme können sämtliche Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke ersetzen, die bis 2020 wegfallen.“
      http://www.eurosolar.de/de/index.php/publikationen-mainmenu-54/br-mainmenu-19/634-das-deutsche-ausbaupotential-erneuerbarer-energien-im-stromsektor

  • Dominik Scheibler

    Sehr gut!
    Genau das brauchen wir auch in der Schweiz! Mal sehen ob irgend ein Politiker den Mum hat dies zu propagieren…
    Nur schon die Verminderung der Feinstaub-, Russ- und Ozonemissionen wären aus gesundheitlicher Sicht Grund genug diese Neandertalertechnologie zu verbieten.

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