Korallenriffe bieten vielfältigen Lebensraum und sie schützen auch vor Sturmschäden. © Bru-nO [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com
Korallenriffe bieten vielfältigen Lebensraum und sie schützen auch vor Sturmschäden. © Bru-nO [CC-BY-SA-2.0], via pixabay.com

Korallenriffe schützen Küsten vor Sturmschäden – der Klimawandel gefährdet das

  • Selina Fehr
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Korallenriffe reduzieren die zerstörerischen Auswirkungen von Zyklonen auf die Küsten deutlich. Zu diesem Schluss kommen Forschende der University of Western Australia. Der Klimawandel und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels bedroht jedoch die langfristige Schutzfähigkeit der Korallenriffe.

Korallenriffe schützen auf natürliche Weise die Küstengebiete vor tropischen Zyklonen, indem sie die Auswirkungen grosser Wellen reduzieren, bevor diese das Ufer erreichen. Die Tropenstürme bringen Chaos und Verwüstung über küstennahe Infrastruktur, Meereslebensräume und Küstenpopulationen. Laut Dr. Michael Cuttler vom ARC Centre of Excellence for Coral Rief Studies (Coral CoE) schützen die Korallenriffe den Strand vor grossflächiger Erosion während eines Zyklons. «Die Riffe können das Ufer schützen, da sie die Wellen dazu bringen, schon vor der Küste zu brechen und so die Kraft verringern, mit der sie das Ufer treffen.»

Ergebnisse mit globaler Relevanz

Dr. Cuttler und seine Kollegen vom Coral CoE haben das Ningaloo Riff, das grösste umsäumende Riffsystem und UN Weltkulturerbe, während des Zyklons Olwyn 2015 untersucht. Bei Olwyn handelte es sich um einen Sturm der Kategorie 3, der entlang der Küste von Western Australia massiven Schaden anrichtete. Das Team konnte beobachten, dass Uferabschnitte mit vorgelagertem Riff den Sturm zu großen Teilen unbeschadet überstanden haben. «Die grossen Wellen wurden durch das Riff effektiv aufgelöst», so Dr. Cuttler. «Die geringen Erosionen, die auftraten, entstanden durch kleinere Wellen, die durch den Wind in der Lagune entstanden.» In seiner Form ähnelt das Riff mit seinen steilen Gefällen am Vorriff, den flachen Riffgipfeln und den relativ oberflächlichen Lagunen den meisten umsäumenden Riffe weltweit.

Ohne Riff zehnmal grössere Schäden

«Im Rahmen dieser Studie verglichen wir ausserdem die Auswirkungen ähnlicher Zyklone auf Uferabschnitte mit und ohne Riff und fanden heraus, dass die Strände ohne Riff bis zu zehn Mal stärker beschädigt wurden, als der Strand am Ningaloo Riff.» Cuttler warnt davor, dass die Schutzfunktion der Riffs unter anderem vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht sei.

Die Ergebnisse der Untersuchungen können dazu genutzt werden, Gefährdungen der Küste durch schwere tropische Zyklone einzuschätzen. Darüber hinaus werden die Forschungsergebnisse zunehmend relevanter, da der Klimawandel den Status der Korallenriffe weltweit verändert.

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