Niderholz ZH soll als Mittelwald für den Mittelspecht erhalten bleiben

  • Redaktion Naturschutz
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Der 1080 Hektaren umfassende Niderholz-Wald der Gemeinden Rheinau und Marthalen gehört naturkundlich zu den bedeutendsten und grössten zusammenhängenden Eichenwäldern in der Schweiz. In diesem Wald soll die Eiche gefördert werden. Zu diesem Zweck haben Vertreter der beiden Standortgemeinden ein bis 2014 befristetes Entwicklungsprojekt unterzeichnet. Dieses regelt das Finanzielle und enthält auch ein Massnahmenpaket.
Während Jahrhunderten bewirtschaftete das Benediktinerkloster Rheinau das Niderholz mit seinem seltenen Eichenbestand als Mittelwald. Mit den vereinzelt stehenden, alten Traubeneichen und einzelnen Hagebuchen entstand eine einzigartige Lebensgemeinschaft. Der grosse Lichteinfall begünstigt den Wuchs des Jungwaldes, der als „Hauschicht“ bezeichnet wird. Diese Bäume werden alle 20 bis 30 Jahre geschlagen. Heute umfasst der Mittelwald etwa 250 Hektaren.
Das Niderholz ist ein Biotop von nationaler Bedeutung. Einen besonderen Stellenwert hat es für die Erhaltung des Mittelspechts, des Braunen Eichenzipfelfalters, der Borsten-Glockenblume und verschiedener gefährdeter Flechten. Über 50 Vogelarten sind in diesem Wald daheim. Ebenso kommen seltene und bedrohte Schmetterlinge wie Perlgrasfalter, Grosser Schillerfalter und Wachtelweizenschillerfalter vor. Das Niderholz ist das an Tagfaltern artenreichste und vielseitigste Gebiet im Kanton Zürich.

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