Bild: von Pixman (Eigenes Werk) [GFDL], via Wikimedia Commons und von Jack · talk · [Public domain], via Wikimedia Commons
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NGOs verlassen aus Protest Klimakonferenz

  • Daniela Cervenka
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Soeben verlassen Hunderte Vertreterinnen und Vertreter aller grossen NGOs die Klimaverhandlungen in Warschau – erstmals in der Geschichte dieser Verhandlungen. Sie wenden sich damit geschlossen gegen das mangelnde Engagement der Industrie- und Schwellenländer. „Die Verhandlungen sind nicht einfach stecken geblieben, in wichtigen Punkten gab es sogar Rückschritte. Während wir hören, dass die globalen CO2-Emissionen einen Höchststand erreichen, sind die meisten Regierungen mit leeren Händen nach Warschau gekommen“, sagt Ion Karagounis vom WWF Schweiz in Warschau. Statt den Klimaschutz zu stärken, versuchen ihn zu viele Parteien tatkräftig auszuhöhlen. Doch genug ist genug: „Der Walk-out ist eine Botschaft an die Regierungen: Nehmt den Klimaschutz ernst.“

Die Klimaverhandlungen der letzten Jahre waren reich an Frustration und Rückschlägen. Trotzdem haben die NGO nie aufgehört, sich für konstruktive Lösungen einzusetzen. Doch die letzten Tage in Warschau haben das Fass zum Überlaufen gebracht: Ein handfester Fahrplan für ein Abkommen in zwei Jahren ist nicht erkennbar. Die Treibhausgas-Reduktionsziele für 2020 sind völlig ungenügend und werden sogar noch abgeschwächt. Es gibt kaum Zusagen für den versprochenen Grünen Klimafonds, der den Entwicklungsländern helfen soll, mit dem Klimawandel umzugehen. Und die polnische Konferenzleitung hat nichts gegen den Eindruck unternommen, dass ihr die Kohleindustrie viel wichtiger ist als der Klimaschutz.

Der Walk-out in Warschau ist ein Nein zu dieser unwürdigen COP, aber kein Nein zu den Klimaverhandlungen. Ion Karagounis: „Wir gehen nicht, weil die Verhandlungen nicht wichtig wären. Sondern weil sie so wichtig sind.“

Medienmitteilung WWF

Weitere Informationen (Greenpeace)

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