Vertreter von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden haben heute in Bern das Raumkonzept Schweiz der Öffentlichkeit vorgestellt. Hauptziel des Raumkonzepts ist es, erstmals eine gemeinsame Vorstellung der künftigen räumlichen Entwicklung der Schweiz zu erhalten. Ein zentrales Anliegen ist, das Denken und Planen in überregionalen Handlungsräumen zu fördern.
Das Raumkonzept präsentiert Ziele und Strategien für die nachhaltige Nutzung des knappen Guts Boden und eine bessere Zusammenarbeit. Unter anderem wird eine bessere Koordination von Verkehrs- und Siedlungsentwicklung angestrebt. Es schlägt unter anderem folgende gesamtschweizerische Strategien vor:
Alle Akteure in der Raumentwicklung, von der Gemeinde- über die Kantons- bis zur Bundesebene, sollen in Zukunft an einem Strick ziehen. Das Raumkonzept unterstreicht deshalb die hohe Bedeutung einer stärkeren Zusammenarbeit in der Raumplanung. Es unterscheidet zwölf solcher Handlungsräume: vier grossstädtisch geprägte (Zürich, Basel, Bassin Lémanique und die Hauptstadtregion), fünf klein- und mittelstädtisch geprägte (Luzern, Città Ticino, Jurabogen, Aareland, Nordostschweiz) sowie drei alpin geprägte Handlungsräume (Gotthard, Südwestschweiz und Südostschweiz). Das Raumkonzept Schweiz skizziert die zwölf Räume und deren Herausforderungen und führt jeweils spezifische, strategische Stossrichtungen für die räumliche Weiterentwicklung auf.
Landschaftsschützer haben Zweifel an Wirksamkeit
Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, befürchtet jedoch, dass das Raumkonzept nicht viel Konkretes bewirken wird. «Ich befürworte das Konzept zwar inhaltlich», sagte er gegenüber der Zeitschrift BeobachterNatur, «aber die Handlungsempfehlungen genügen nicht, um die Zersiedelung zu stoppen.» Die Schweiz habe angesichts der fortgeschrittenen Verschandelung der Landschaft keine Zeit mehr, sich mit freiwilligen Empfehlungen zu begnügen.
Auch Marcus Ulber, Raumplanungsexperte bei Pro Natura, ist laut BeobachterNatur der Meinung, dass das neue Konzept nicht ausreicht. Das Papier sei zwar grundsätzlich zu begrüssen. Die Frage stelle sich aber, ob die Ziele dann auch umgesetzt würden. Hoffnung setzt er hingegen in die Landschaftsinitiative, die derzeit im Parlament behandelt wird. Das Begehren verlangt, dass die Gesamtfläche der Bauzonen während 20 Jahren nicht mehr vergrössert werden darf.
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