Im Kampf gegen Wolf, Luchs, Biber und Co soll vermehrt zur Waffe gegriffen werden. | © Cloudtail [CC-BY-SA-3.0], via flickr
Im Kampf gegen Wolf, Luchs, Biber und Co soll vermehrt zur Waffe gegriffen werden. | © Cloudtail [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Neues Jagdgesetz: Artenschutz in Gefahr?

  • Mélanie Guillebeau
  • 1

Der Bundesrat hat ein neues Jagdgesetz verabschiedet. Aufgrund der neuen Gesetzeslage könnte – zum Unmut mehrerer Schweizer Umweltverbände – in Konfliktsituationen mit geschützten Arten vermehrt zur Waffe gegriffen werden. Nach Einschätzung der Umweltorganisationen würde dies den Artenschutz schwächen.

Das Schweizer Jagdgesetz regelt das Management geschützter Arten – dazu zählen unter anderem der Wolf, Luchs, Biber und Höckerschwan – im Falle von Konfliktsituationen. Nun hat der Bundesrat das Jagdgesetz einer Revision unterzogen. Wie Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz in einer gemeinsamen Medienmitteilung verlauten lassen, ist dieser Entscheid für den Artenschutz alles andere als wünschenswert – sie lehnen das revidierte Jagdgesetz ab.

Abschuss geschützter Arten

Die Umweltverbände prangern an, dass die neue Version kein Vorweisen konkreter Schäden durch die geschützten Arten verlangt, um eine Bestandsverminderung durch Abschuss zu rechtfertigen. So könnte zum Beispiel bei künftigen Konflikten mit Biberpopulationen eher zur Waffe gegriffen werden.

Kantone sollen entscheiden

Hinzu kommt, dass gemäss dem neuen Jagdgesetz die Abschusskompetenz vom Bund an die Kantone übergeben werden soll. Nach Ansicht der Schweizer Umweltverbände macht dies insbesondere für Arten mit grossen Revieren, die sich nicht an Kantons- oder Landesgrenzen halten, keinen Sinn. Weiter dürften die Meinungen bezüglich der „korrekten“ Handhabung zwischen den Kantonen weit auseinandergehen.

Neu sollen die Kantone über das Management geschützter Arten bestimmen. Obschon manche, wie der Luchs, Reviere besitzen, die Kantons- oder gar Landesgrenzen überschreiten. | © Cloudtail the Snow Leopard [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Neu sollen die Kantone über das Management geschützter Arten bestimmen. Obschon manche, wie der Luchs, Reviere besitzen, die Kantons- oder gar Landesgrenzen überschreiten. | © Cloudtail the Snow Leopard [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Artenschutz in Gefahr

Die Umweltorganisationen befürchten, dass das neue Jagdgesetz die momentane Misere der Schweizer Artenvielfalt verschlimmert. Denn entgegen der gängigen Ansicht tragen Wolf und Luchs zu einer gesunden Wildpopulation bei und wirken sich positiv auf die Entwicklung des Waldes aus. Ebenso ist der Biber ein wichtiger Landschaftsarchitekt, der die Biodiversität zu fördern vermag. Dementsprechend sollte der Schutz dieser Arten untermauert und nicht untergraben werden.

Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz werden die weiteren Entwicklungen im Revisionsprozess im Auge behalten und je nach Verlauf entsprechende Massnahmen realisieren.

Weitere Informationen können Sie der originalen Medienmitteilung von WWF Schweiz, Pro Natura und BirdLife Schweiz entnehmen.

1 Kommentar

  • Otto Künzli

    Wieder einmal ein Kniefall des ohnehin schwachen Bunderates vor der Jägerschaft, die doch mehrheitlich aus gutbetuchten Leuten besteht.
    Dass es ausgezeichnete Hirtenhunde gibt, die das Problem weitgehend lösen könnten, redet niemend. Den Tier- und Landbe-
    sitzern ist der Anschaffung der Hunde zu teuer. Finantspritzen vom Bund sind viel leichter zu bekommen.
    Otto Künzli, Spanien

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