Biberbestände mit Abschüssen zu dezimieren bringt kaum etwas.| © Dierk Schäfer, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Biberbestände mit Abschüssen zu dezimieren bringt kaum etwas.| © Dierk Schäfer, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Neues Biberkonzept als Chance für natürliche Flusslandschaften

  • Cécile Villiger
  • -

Das Konzept Biber regelt den Umgang mit dem Säugetier, das sich in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz weit ausgebreitet hat. Nun ist diese Vollzugshilfe für die Kantone den heutigen Anforderungen angepasst worden. Pro Natura ist erfreut über das neue Konzept und betont die gute Voraussetzung um in Zukunft einen positiven Umgang mit dem Biber zu finden.  

60 Jahre nach den ersten Wiederansiedlungen leben heute rund 2800 Biber in der Schweiz. Durch das Bauen von Dämmen, Kanälen und Burgen sowie das Fällen von Bäumen gestaltet der Biber die Landschaft in Gewässernähe massgebend. So schafft er eine grosse Vielfalt an neuen Lebensräumen und spielt eine wichtige Rolle für die Biodiversität am und im Gewässer. Im Konzept Biber werden die Grundsätze für den Umgang mit den sich ausbreitenden Biberbeständen in der Schweiz festgelegt. Dabei sollen sowohl der Schutz des Tiers gewährleistet als auch die Konflikte mit der menschlichen Nutzung auf ein Minimum reduziert werden.

Die wichtigsten Anpassungen des Konzepts Biber:

  • Konflikte mit Bibern: Das Gewässerschutzgesetz sieht die Ausscheidung eines Gewässerraums und die Revitalisierung von Gewässern vor, was Schäden durch den Biber minimieren kann.
  • Massnahmen zur Verhütung von Biber-Schäden: Weil der Biber sowie seine Baue und Dämme unter gesetzlichem Schutz stehen, kommen Massnahmen zur Prävention von Schäden eine grosse Bedeutung zu. Das Konzept führt neu aus, welche technischen Massnahmen (bspw. Biberdamm regulieren) oder Eingriffe im Lebensraum (bspw. Revitalisierung des Gewässers) sowie in den Bestand der Tiere (bspw. Entfernung von einzelnen Bibern) Schäden verhindern können. Nicht klar geregelt war bisher die Zuständigkeit für Massnahmen an Biberdämmen und -bauen (Manipulationen und Entfernung). Neu braucht es nun gemäss Konzept eine kantonale Bewilligung. Über den Abschuss einzelner Biber, die einen grossen Schaden verursachen, entscheidet wie bis anhin das BAFU.
  • Massnahmen am Biberbestand: Neu kann ein Kanton bei einer erheblichen Gefährdung von Infrastrukturen im öffentlichen Interesse mit Zustimmung des BAFU alle Biber in einem gefährdeten Gewässerabschnitt entfernen.

Pro Natura schreibt, das neue Biberkonzept sei eine gute Voraussetzung für einen positiven Umgang mit dem Biber.  Es liege an den Kantonen, den Biber als Schaffer von natürlichen Flusslandschaften und grossen Biodiversitätsförderer zu nutzen.

Konkret würde das bedeuten: eine rasche Realisierung der vorgeschriebenen Gewässerräume, verstärkte Revitalisierung von Flüssen und Bächen und eine konstruktive Lösungssuche, wenn sich landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Infrastrukturen zu nahe an Gewässern befinden.

Beitrag kommentieren