Neuer Umweltprüfbericht der OECD: Die Schweiz tut im Naturschutz zu wenig

  • Redaktion Naturschutz
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Heute hat die OECD den neuen Umweltprüfbericht an Bundesrat Leuenberger übergeben. Der Bericht stellt fest: Die Schweiz ist bei der Wasserqualität und der Abfallbewirtschaftung OECD-weit ein Vorzeigebeispiel. Für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität hingegen tun wir noch zu wenig. In keinem andern europäischen Land sind so viele Tier- und Pflanzenarten bedroht oder bereits verschwunden wie in der Schweiz. Als besonders gravierend erachtet die OECD, dass die Schweiz noch immer keine nationale Strategie hat, wie sie ihre Biodiversität langfristig erhalten und ihre Nutzung nachhaltig gestalten möchte.

Mit der Unterzeichnung der Biodiversitätskonvention hat sich die Schweiz zusammen mit mehr als 180 anderen Staaten verpflichtet, die Biodiversität zu erhalten und deren Nutzung nachhaltig zu gestalten. Die europäischen Länder gehen noch einen Schritt weiter: An der 5. Ministerkonferenz «Umwelt für Europa» in Kiew im Mai 2003 haben sie sich das Ziel gesetzt, den Verlust der Biodiversität bis zum Jahr 2010 zu stoppen. Auch die Schweiz hat dieses Ziel unterzeichnet. Wie der OECD-Bericht zeigt, sind wir aber davon noch weit entfernt. Dies ist nun schon die zweite Mahnung: Die OECD musste bereits im Umweltprüfbericht 1998 die Schweiz auf die Defizite beim Arten- und Biotopschutz aufmerksam machen. Seither hat sich die Situation für viele unserer einheimischen Tiere und Pflanzen weiter verschlechtert statt verbessert. «Es sollte eine nationale Biodiversitätsstrategie erarbeitet und umgesetzt werden, denn es ist kaum vorstellbar, wie die Schweiz ihre eigenen Zielsetzungen und ihre internationalen Verpflichtungen ohne eine solche Strategie erreichen und erfüllen kann» so der aktuelle Bericht. (sb)

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Medienmitteilung Forum Biodiversität
BAFU

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