Ein asiatisches Bakterium verursacht "blutende" Stellen bei Rosskastanien, hier in Rapperswil am Zürichsee. | © Matthias Brunner, WSL
Ein asiatisches Bakterium verursacht "blutende" Stellen bei Rosskastanien, hier in Rapperswil am Zürichsee. | © Matthias Brunner, WSL

Neuer Erreger lässt Rosskastanien „bluten“

  • Amanda Buol
  • 2

Ein neuer Erreger aus Asien wurde 2015 auf Rosskastanien in der Schweiz nachgewiesen. Das Bakterium verursacht einen schwarzbraunen, blutähnlichen Ausfluss am Stamm. Experten der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL empfehlen Vorsichtsmassnahmen.

„Blutende“ Stellen am Stamm von Rosskastanien, sogenannter Schleimfluss, sei schon seit Längerem bekannt, schreibt die WSL. Als Erreger vermuteten Fachleute meist Pilze. Seit der Jahrtausendwende treten diese Symptome in vielen europäischen Ländern verstärkt auf und lassen mancherorts Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) massenweise absterben.

Im 2015 wurden mehrere Rosskastanien in der Schweiz mit Schleimfluss gemeldet. Bei der Untersuchung kam heraus, dass nicht ein Pilz, sondern das Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi für die „blutenden“ Stellen verantwortlich ist. Es stamme vermutlich aus Indien, wo es auf der Indischen Rosskastanie gefunden wurde, schreibt die WSL in ihrer Mitteilung.

Die Krankheit kann grössere Schäden anrichten. Befallene Rosskastanien müssen gefällt und verbrannt werden. Zurzeit sind keine anderen Möglichkeiten zur Bekämpfung bekannt. Die Erfahrung aus dem Ausland zeige, dass sich der Erreger rasant verbreitet und zum Problem werden kann, erklärt Joana Meyer, Phytopatologin an der WSL.

Wie sich der Erreger genau ausbreitet, sei noch nicht vollständig geklärt, so das WSL. Lokal sei es offenbar hauptsächlich durch Wind und Regen. Er könne aber auch mit infizierten Pflanzen, verseuchter Erde oder Werkzeugen verschleppt werden. Das Bakterium dringe über die Rindenöffnungen ein und befällt Rinde und Wachstumszone. Gesunde Rosskastanien zeigen je nachdem einen milden Krankheitsverlauf.

Die WSL-Forschenden betonen, dass bei erkrankten Bäume folgende Hygienemassnahmen zu beachten seien, um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern:

  • Schnittwerkzeuge nach der Arbeit desinfizieren (Bsp. 70-prozentiger Alkohol)
  • Erkranktes Pflanzenmaterial sicher entsorgen / verbrennen
  • Schuhe gut von Erde reinigen.
  • Abgestorbene Äste absägen
  • Bei neu gepflanzten Kastanien auf Symptome der Krankheit kontrollieren

2 Kommentare

  • Peter Felder

    Nicht nur Rosskastanien werden befallen. Wir haben ein Schwarzerlen-sterben. Seit einigen Jahren verdorren Erlen am Bach. Trotz super Standort. Nun ist klar warum.
    Nur das Bakterium ist nicht neu.
    Sogar zur Partikelbildung beim Beschneien werden diese Bakteriengebraucht. Ich weiss nicht was ich davon halten soll. Viel studieren wird das Problem nicht lösen.

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