© Mark Rissi, Schweizer Tierschutz STS
© Mark Rissi, Schweizer Tierschutz STS

Neue Verordnung zum Tierschutz beim Züchten

  • Nicole Wabersky
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Seit Jahren bekämpft der Schweizer Tierschutz STS Extremformen in der Tierzucht. Nun liegt der Entwurf einer Verordnung zum Tierschutz beim Züchten vor, der als Fortschritt für den Tierschutz gewertet werden darf.

Ob es gelingt mit den neuen gesetzlichen Vorgaben künftig zumindest die schlimmsten Auswüchse in der Tierzucht zu verhindern, wird von der Umsetzung durch Züchter, Rasseclubs und -verbände abhängen und nicht zuletzt von der Durchführung behördlicher Kontrollen.

Im Jahr 2001 forderte der Schweizer Tierschutz STS in einer von 82’000 Personen unterzeichneten Petition den Bundesrat auf, abartigen Extremen in der Tierzucht gesetzlich einen Riegel zu schieben. 2005 gelang es, das Parlament im Rahmen der Revision der Tierschutzgesetzgebung von einem Verbot extremer Tierzüchtungen zu überzeugen. Erst heute liegt ein Verordnungsentwurf des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vor.

Die Verordnung „Tierschutz beim Züchten“ wird vom Schweizer Tierschutz STS grundsätzlich positiv beurteilt. „Die Vorschläge des BLV zielen in die richtige Richtung“, sagt STS-Geschäftsführer Hans-Ulrich Huber, „denn jeder Züchter muss sich künftig informieren über die Auswirkungen seines Tuns auf die Gesundheit und das Verhalten der Tiere.“ Wer Tiere züchtet, die unter zuchtbedingten Einschränkungen oder Schmerzen leiden, macht sich strafbar.

Das ist ein grosser Fortschritt. Der in der Verordnung enthaltene Katalog zuchtbedingter Merkmale und Symptome zur Beurteilung der damit verbundenen Belastung betroffener Tiere, wie auch die Liste verbotener Zuchtformen, erachtet der STS als sachgemäss, wenn auch als zuwenig umfassend.

Mit rund 34 Mio. Schweizer Franken fördert der Bund jährlich die einheimische Nutztierzucht. Der Schweizer Tierschutz STS verlangt, dass der Bund bei der Tierzuchtförderung klare Leitplanken zugunsten von Tiergesundheit und Tierwohl setzt.

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