Tischofer_Höhle

Neue Schreckenart in der Schweiz entdeckt

  • Sophie Ryser
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In alten Militärstollen aus dem zweiten Weltkrieg wurde eine neue Schreckenart entdeckt, welche noch nie zuvor in der Schweiz nachgewiesen wurde. Die wärmeliebende Krauss’ Höhlenschrecke (Troglophilus neglectus) hat bei Wartau im St. Galler Rheintal einen Platz gefunden, an dem es sich gut leben lässt. Dies liegt unter anderem am Föhn, welcher das Klima wärmer und damit geeigneter als in anderen Gegenden macht.

Die Höhlenschrecke kommt normalerweise von Südösterreich über den Balkan bis nach Griechenland vor. Populationen nördlich der Alpen wurden bisher nur in Deutschland und Tschechien gefunden. Dort wie auch bei uns bewohnen die Schrecken bevorzugt Höhlen, künstliche Stollen, Felsspalten und im Sommer manchmal auch Verstecke ausserhalb von Höhlen wie zum Beispiel in Blätterhaufen.

In den Militärstollen bei Wartau wurden nur Weibchen gefunden, was darauf schliessen lässt, dass sie sich ohne Männchen (parthenogenetisch) fortpflanzen. Wie die Schrecke in die Schweiz gelangt ist, ist unklar. Die Wissenschaftler, welche die Art untersucht haben gehen aber nicht davon aus, dass sie vom Menschen hergebracht wurde. Denn erstens liegen die Militärstollen nicht an einem Transportweg, wo sie durch Gütertransport hätten hingelangen können. Zweitens sind die Schrecken wie auch die Stollen ziemlich unbekannt, dass jemand die Art von sich zuhause aus mit Absicht dort ausgesetzt hätte, ist sehr unwahrscheinlich. Zudem können die Schrecken wie erwähnt nicht nur in Höhlen und Stollen, sondern auch ausserhalb dieser leben. Es ist also absolut möglich, dass sie sich von selber so weit ausgebreitet haben. Da die Wartauer Stollen nicht öffentlich zugänglich sind, ist es auch möglich, dass die Schrecke dort schon länger vorkommt, als man denkt.

Publikation (Englisch)

Bild: Bonanza [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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