Der neu entdeckte Alpenflohkrebs (Gammarus alpinus ) | © Roman Alther / Eawag
Der neu entdeckte Alpenflohkrebs (Gammarus alpinus ) | © Roman Alther / Eawag

Neue Flohkrebs-Art in den Alpen entdeckt

  • Amanda Buol
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Biologen der Eawag haben eine neue Bachflohkrebs-Art entdeckt, die nur im Alpenraum vorkommt. Während die Art in den meisten Bergseen noch frei von Störungen lebt, wird die Art im Bodensee von einem invasiven Höckerflohkrebs verdrängt.

Bei der Suche nach einer bestimmten Flohkrebs-Art, haben Forschende der Eawag durch Zufall eine neue Flohkrebs-Art entdeckt. Bei einer Untersuchung der Verbreitung der bekannten und weitverbreiteten Art, stiessen die Biologen Roman Alther und Florian Altermatt auf den Gammarus alpinus. Bei der Untersuchung der gesammelten Flohkrebse stellte sich heraus, dass sich die Gensequenzen der Alpenpopulationen komplett abgrenzen und einen eigenen Verwandtschaftszweig bilden, teilt die Eawag mit.

Die Stammbaumanalysen deuten darauf hin, dass die Artbildung von Gammarus alpinus vor etwa sieben Millionen Jahren begann, so die Eawag. So dürften Vergletscherungen während des anschliessenden Pleistozäns die Artbildung begünstigt haben. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Eismassen Barrieren darstellten, die die alpine Population von den anderen Flohkrebs-Beständen isolierten und den Genaustausch verhinderte. Deshalb gehen sie davon aus, dass das Verbreitungsgebiet der Art auf die Alpen beschränkt ist.

Da die Art bereits heute nur auf kleinem Raum vorkommt, ist die Gefahr einer Bedrohung  gross. Bereits jetzt sei die Gammarus alpinus-Population im Bodensee  vom gebietsfremden Höckerflohkrebs bedroht. In Bergseen sei das Problem zwar noch nicht aufgetaucht, so die Eawag. Die Situation könne sich jedoch durch Unachtsamkeiten schnell ändern.

Flohkrebse, die zu der Tierordnung Amphipoda zählen, übernehmen im Gewässer wichtige ökologische Funktionen. Sie bauen organisches Material ab und dienen Fischen als Nahrung. Als Indikatorenart werden sie zur Beurteilung der Gewässerqualität eingesetzt. Trotzdem weiss man über Amphipoden in der Schweiz wenig.

Hier finden Sie den in der Zeitschrift „Zoological Journal of the Linnean Society“ veröffentlichten Artikel »

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