Die Wirkungsweise vom Pflanzenhormon Zytokinin wurde an Arabidopsis thaliana (Acker-Schmalwand) erforscht. | © Marie-Lan Nguyen, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
    Die Wirkungsweise vom Pflanzenhormon Zytokinin wurde an Arabidopsis thaliana (Acker-Schmalwand) erforscht. | © Marie-Lan Nguyen, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

    Neue Erkenntnisse in der Pflanzenentwicklung

    • Cécile Villiger
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    Forschern an der Universität Zürich ist ein wissenschaftlicher Durchbruch gelungen. Erstmals werden die Regulationsmechanismen des Pflanzenhormons Zytokinin beschrieben und im Wissenschaftsmagazin Science publiziert.

    So wie beim Menschen die Hormone Testosteron oder Adrenalin verschiedene Prozesse beeinflussen, gibt es bei Pflanzen auch Botenstoffe. Sie steuern das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze. Schon Charles Darwin bemerkte, das ein wachstumsförderndes Signal von der Pflanzenspitze zur Pflanzenbasis wandert, wenn man ein Keimling einseitig belichtet, was zu einer Krümmung des Keimling in Richtung Lichtquelle führt. In diesem Falle handelte es sich um das Pflanzenhormon Auxin, wie man später herausfand.

    Nun gibt es auch noch andere Pflanzenhormone, wie zum Beispiel Zytokinin. Dieser Botenstoff hat diverse Wirkungen auf Wachstum und Entwicklung der Pflanze. Wie dieses Pflanzenhormon reguliert wird, war bis jetzt ein Rätsel. Der Pflanzengenetiker Bruno Müller und sein Team haben dies nun gelüftet und in der wichtigen Fachzeitschrift Science publiziert. Mittels Zellgewebe der Modelpflanze Arabidopsis thaliana (Acker-Schmalwand) haben die Forscher und Forscherinnen herausgefunden, dass die Zytokinine-Wirkung erstaunlicherweise negative reguliert ist. Das bedeutet, sobald dieses Hormon in einer Zelle nicht wirken soll, wird es ins Zellinnere „abgesaugt“, wo es schliesslich abgebaut wird. Dies erfolgt durch einen biochemischen Transportmechanismus. Dagegen funktioniert die Auxinregulation komplett unterschiedlich, nämlich konzentrationsabhängig. In hohen Dosen wirkt Auxin wachstumshemmend.

    Da Zytokinine in der Wachstumsregulation eine wichtige Rolle spielen, könnte diese bahnbrechende Erkenntnis auch für die Ernährungsindustrie von Interesse sein.

    Mehr im Science paper, Abstract (Englisch) »

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