trockenwiese

Neue Daten zur Biodiversität in der Schweiz

  • Barbara Darani
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Die Schweiz hat sich auf internationaler Ebene zur Erhaltung dieser biologischen Vielfalt verpflichtet. Mit dem Biodiversitäts-Monitoring Schweiz (BDM) überwacht das Bundesamt für Umwelt (BAFU) seit 2001 anhand ausgewählter Indikatoren den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt in der Schweiz. Das BAFU hat mit Blick auf den Internationalen Tag der Biodiversität vom 22. Mai 2009 die neusten Ergebnisse des BDM veröffentlicht.

Der Zustand der Biodiversität ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. So sind die mittleren Höhenlagen der Alpen die eigentlichen Hotspots der biologischen Vielfalt in der Schweiz. Auch in den Schweizer Wäldern wirken sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die intensiven Naturschutzbemühungen der letzten Jahre positiv aus. Neben den Bergregionen und den Wäldern zeigt sich die Biodiversität auf unversiegelten Flächen im Siedlungsraum überraschend hoch. Auf Wiesen und Weiden findet hingegen eine Homogenisierung der Vegetation mit einhergehendem Verlust der Artenvielfalt statt. Dies ist auf den zunehmenden Nährstoffgehalt der Böden zurückzuführen. Viele Arten sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Besonders bedrohlich ist die Lage bei den Reptilien, den Fischen und den Brutvögeln.

Die Folgen der Klimaerwärmung sind hauptsächlich in alpinen Lebensräumen sichtbar. So wachsen Gebirgspflanzen heute im Durchschnitt 13 Meter weiter oben als noch im Jahr 2001, was zu einer Zunahme der Zahl der Pflanzenarten auf alpinen Flächen zur Folge hat. Die Schattenseite dieses Zuwachses ist die Verdrängung seltener und hoch spezialisierter Arten durch ein aus dem Gleichgewicht gebrachtes Konkurrenzverhältnis. Das Alpen-Schneehuhn zum Beispiel wird als spezialisierte Hochgebirgsart zunehmend von stärkeren Konkurrenten nach oben gedrängt. Im Mittelland und im Jura siedeln sich durch wärmere Temperaturen vermehrt mediterrane und atlantische Arten auf Kosten einheimischer Arten an. Diese Entwicklungen im Auge zu behalten wird eine der wichtigsten Aufgaben des BDM in den nächsten Jahren sein.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/Birdlife Schweiz verlangt, dass das Inventar der besonders artenreichen Trockenwiesen und -weiden endlich erlassen wird. Diese spielen für Pflanzen und Tiere, aber auch für den Schweizer Tourismus eine wichtige Rolle. Der SVS beurteilt das Biodiversitätsmonitoring des Bundes als ein gutes Instrument, vermisst jedoch die Schlussfolgerung, ob die Schweiz die Biodiversitätsziele erreicht hat.

Weitere Informationen:
BAFU Medienmitteilung
BAFU Publikation
BDM Schweiz
SVS/Birdlife Schweiz
Artikel Tagesanzeiger

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